Behavioral Finance

Behavioral Finance, auf Deutsch verhaltensorientierte Finanzmarkttheorie, untersucht, wie psychologische Faktoren finanzielle Entscheidungen beeinflussen. Im Gegensatz zu klassischen ökonomischen Modellen geht sie davon aus, dass Menschen nicht immer vollständig rational entscheiden.

Bei Anlageentscheidungen können beispielsweise Emotionen, kognitive Verzerrungen und mentale Abkürzungen – sogenannte Heuristiken – eine Rolle spielen. Sie können dazu führen, dass Informationen unterschiedlich gewichtet, Risiken falsch eingeschätzt oder einmal getroffene Entscheidungen trotz neuer Informationen beibehalten werden.

Ein bekanntes Beispiel ist die Loss Aversion, bei der Verluste psychologisch stärker gewichtet werden als vergleichbare Gewinne. Weitere Verhaltensmuster sind die Sunk Cost Fallacy, der Disposition Effect und Regret Avoidance.

Behavioral Finance hilft zu erklären, weshalb Anlageentscheidungen in der Praxis von rein rationalen Modellen abweichen können. Das Bewusstsein für solche Verhaltensmuster kann dabei helfen, Anlageentscheidungen strukturierter zu treffen und emotionale Reaktionen auf kurzfristige Marktentwicklungen zu reduzieren.

Das klassische Gegenmodell ist der Homo Oeconomicus, der in ökonomischen Modellen als rational entscheidender und nutzenmaximierender Mensch beschrieben wird.

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