Fiskalpolitik

Fiskalpolitik, auch Finanzpolitik genannt, umfasst die Massnahmen des Staates, mit denen er über Ausgaben und Einnahmen Einfluss auf die Wirtschaft nimmt. Zu den wichtigsten Instrumenten gehören Staatsausgaben, Steuern und staatliche Transfers.

In einer wirtschaftlichen Schwächephase kann der Staat beispielsweise seine Ausgaben erhöhen oder Steuern senken. Dadurch soll die Nachfrage gestützt und die Konjunktur angekurbelt werden. Man spricht von expansiver Fiskalpolitik.

Umgekehrt kann der Staat Ausgaben reduzieren oder Steuern erhöhen, um eine überhitzte Wirtschaft zu bremsen. Eine solche restriktive Fiskalpolitik kann auch dazu beitragen, den Druck auf die Inflation zu reduzieren.

Fiskalpolitik ist nicht dasselbe wie Geldpolitik. Während Regierungen und Parlamente über Steuern und Staatsausgaben entscheiden, liegt die Geldpolitik bei den Zentralbanken. Beide können die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen, arbeiten aber mit unterschiedlichen Instrumenten.

In der Schweiz setzt die Schuldenbremse dem Bundeshaushalt einen besonderen Rahmen. Über den Konjunkturzyklus hinweg sollen die Ausgaben nicht höher sein als die strukturellen Einnahmen.

Für Anlegerinnen und Anleger ist Fiskalpolitik relevant, weil staatliche Ausgabenprogramme, Steueränderungen und Defizite Wachstum, Inflation, Zinsen und damit auch die Finanzmärkte beeinflussen können. Sie gehört deshalb zu den wichtigen Themen der Makroökonomie.

Fiskalpolitik kann die Wirtschaft anschieben oder bremsen. Die Kunst besteht darin, nicht gleichzeitig auf Gas und Bremse zu stehen.

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