Der Begriff Greater Fool beschreibt ein spekulatives Verhalten an den Finanzmärkten, bei dem Investorinnen und Investoren einen Vermögenswert nicht primär aufgrund seines inneren Werts kaufen, sondern in der Erwartung, ihn später zu einem noch höheren Preis weiterverkaufen zu können.
Der «Greater Fool» – wörtlich der «grössere Narr» – bezeichnet dabei die nächste Marktteilnehmerin oder den nächsten Marktteilnehmer, die beziehungsweise der bereit ist, einen noch höheren Preis zu bezahlen. Im Vordergrund steht somit weniger die fundamentale Bewertung einer Anlage als die Erwartung weiter steigender Preise.
Das Greater-Fool-Prinzip kann insbesondere in Marktphasen mit starker Euphorie und Spekulation auftreten. Anlegerinnen und Anleger kaufen beispielsweise Aktien, Immobilien oder andere Vermögenswerte in der Erwartung, dass sich später jemand findet, der einen noch höheren Preis bezahlt. Solange genügend Nachfrage besteht, kann dieser Mechanismus die Preise weiter nach oben treiben.
Ändern sich jedoch die Erwartungen und nimmt die Nachfrage ab, können die Preise deutlich fallen. Wer zu einem sehr hohen Preis eingestiegen ist, trägt dann das Risiko entsprechender Verluste.
Das Verhalten kann mit psychologischen Faktoren wie FOMO und Herdenverhalten zusammenhängen. Steigende Preise und die Gewinne anderer Marktteilnehmender können den Eindruck verstärken, eine Gelegenheit zu verpassen.
Das Greater-Fool-Prinzip zeigt damit, weshalb ein steigender Preis allein noch keine Aussage darĂĽber erlaubt, ob eine Anlage fundamental attraktiv bewertet ist.