Kaufkraftparität (Purchasing Power Parity)

Die Kaufkraftparität, auf Englisch Purchasing Power Parity (PPP), vergleicht die Kaufkraft verschiedener Währungen. Dahinter steckt eine einfache Idee: Für den gleichen Geldwert sollte man in verschiedenen Ländern langfristig ungefähr gleich viele vergleichbare Waren und Dienstleistungen kaufen können.

Angenommen, ein bestimmter Warenkorb kostet in der Schweiz 100 Franken und in den USA 80 US-Dollar. Daraus ergibt sich rechnerisch eine Kaufkraftparität von 1,25 Franken pro US-Dollar. Liegt der tatsächliche Wechselkurs deutlich darüber oder darunter, unterscheiden sich Marktwechselkurs und Kaufkraftverhältnis der beiden Währungen.

In der Realität ist die Rechnung weniger elegant als im Lehrbuch. Preise werden durch Steuern, Löhne, Mieten, Transportkosten, Zölle und lokale Marktbedingungen beeinflusst. Ein Haarschnitt lässt sich zudem schlecht von Zürich nach New York exportieren. Deshalb können Preisniveaus zwischen Ländern erheblich voneinander abweichen.

Für Anlegerinnen und Anleger ist die Kaufkraftparität vor allem eine langfristige Orientierung für die Bewertung von Währungen. Kurzfristige Bewegungen am Devisenmarkt werden dagegen von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst – darunter Kapitalströme, Zinsen, Erwartungen und die Geldpolitik.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Inflation. Steigen die Preise in einem Land über längere Zeit stärker als in einem anderen, verliert seine Währung gemäss der Theorie der Kaufkraftparität tendenziell an Wert.

Die Kaufkraftparität ist deshalb kein Kursziel für morgen. Sie ist vielmehr ein langfristiger Referenzpunkt dafür, was eine Währung gemessen an ihrer tatsächlichen Kaufkraft wert sein könnte.

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