Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes während eines bestimmten Zeitraums produziert werden. Es gehört zu den wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes.
Steigt das reale BIP, wächst die Wirtschaftsleistung. Sinkt es, schrumpft sie. Dabei wird zwischen nominalem und realem BIP unterschieden: Das nominale BIP wird zu aktuellen Preisen berechnet, während beim realen BIP Preisveränderungen beziehungsweise die Inflation berücksichtigt werden.
Besonders häufig betrachtet wird die Veränderung des realen BIP gegenüber dem vorherigen Quartal oder Jahr. Sie liefert einen wichtigen Hinweis darauf, in welcher Phase der Konjunktur sich eine Volkswirtschaft befindet.
Das BIP spielt auch für die Finanzmärkte eine wichtige Rolle. Wirtschaftswachstum beeinflusst unter anderem Unternehmensgewinne, Beschäftigung, Steuereinnahmen und die Geldpolitik. Notenbanken berücksichtigen die wirtschaftliche Entwicklung deshalb bei ihren geldpolitischen Entscheidungen.
Das BIP hat allerdings Grenzen. Es misst wirtschaftliche Aktivität, aber nicht automatisch Wohlstand oder Lebensqualität. Auch Vermögensverteilung, unbezahlte Arbeit und viele ökologische oder gesellschaftliche Faktoren werden darin nur unvollständig oder gar nicht erfasst.