Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) war über Jahrzehnte einer der wichtigsten Referenzzinssätze der internationalen Finanzmärkte. Er wurde für verschiedene Währungen und Laufzeiten berechnet und diente als Grundlage für zahlreiche Kredite, Anleihen, Derivate und andere Finanzverträge.
Der LIBOR sollte widerspiegeln, zu welchen Zinssätzen sich grosse Banken untereinander unbesichert Geld leihen konnten. Seine Berechnung basierte jedoch wesentlich auf Meldungen ausgewählter Banken und nicht ausschliesslich auf tatsächlich abgeschlossenen Transaktionen.
Nach Manipulationsskandalen und aufgrund der abnehmenden Bedeutung des unbesicherten Interbankenmarkts wurde der LIBOR schrittweise eingestellt. Die Veröffentlichung der wichtigsten LIBOR-Sätze ist inzwischen beendet.
In der Schweiz spielte insbesondere der Schweizer-Franken-LIBOR eine wichtige Rolle. Er wurde unter anderem als Referenzzinssatz fĂĽr variable Finanzierungen und Hypotheken verwendet. Als wichtiger Schweizer Referenzzinssatz hat sich inzwischen der SARON etabliert. Er basiert auf Transaktionen und verbindlichen Preisstellungen im besicherten Schweizer Geldmarkt.
Der LIBOR ist heute vor allem historisch relevant. Der Übergang zu neuen Referenzzinssätzen wie SARON hat die Funktionsweise zahlreicher Finanzprodukte und Verträge verändert.