Der Marxismus ist eine wirtschafts- und gesellschaftstheoretische Denkschule, die auf den Werken von Karl Marx und Friedrich Engels basiert, insbesondere auf dem 1867 erschienenen Werk «Das Kapital». Im Zentrum steht die Analyse des Kapitalismus als Klassensystem, in dem der wirtschaftliche Mehrwert, den Arbeitende durch ihre Arbeit schaffen, systematisch zugunsten der Eigentümer von Produktionsmitteln verteilt wird.
Marx sah in diesem Mechanismus, den er als Ausbeutung bezeichnete, die strukturelle Ursache wiederkehrender wirtschaftlicher Krisen sowie wachsender sozialer Ungleichheit. Aus dieser Analyse leitete er die Forderung nach einer grundlegenden Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse ab, insbesondere nach einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel.
Der Marxismus bildete im 19. und 20. Jahrhundert die theoretische Grundlage für zahlreiche politische Bewegungen und Wirtschaftssysteme und beeinflusst bis heute Debatten über Vermögensverteilung, Arbeitsbedingungen und die Grenzen marktwirtschaftlicher Organisation.