Ein Ponzi-System ist ein betrügerisches Anlagesystem, bei dem Auszahlungen an bestehende Anlegerinnen und Anleger hauptsächlich mit den Einzahlungen neuer Anlegerinnen und Anleger finanziert werden und nicht mit tatsächlich erwirtschafteten Anlageerträgen.
Betreiber eines Ponzi-Systems versprechen häufig attraktive und vermeintlich stabile Renditen. Tatsächlich wird das eingezahlte Kapital jedoch ganz oder teilweise dazu verwendet, frühere Anlegerinnen und Anleger auszuzahlen. Dadurch kann zunächst der Eindruck entstehen, dass die versprochene Anlagestrategie erfolgreich funktioniert.
Das System ist darauf angewiesen, dass laufend genügend neues Kapital zufliesst. Gehen die Mittelzuflüsse zurück oder möchten zu viele Anlegerinnen und Anleger gleichzeitig ihr Geld zurückfordern, kann das System zusammenbrechen.
Ponzi-Systeme weisen häufig Warnsignale auf. Dazu können ungewöhnlich hohe oder auffallend konstante Renditeversprechen, mangelnde Transparenz über die tatsächlichen Anlagen, schwer nachvollziehbare Geschäftsmodelle oder Schwierigkeiten bei Auszahlungen gehören.
Ein Ponzi-System ist mit einem Schneeballsystem verwandt, aber nicht identisch. Bei einem klassischen Schneeballsystem werben die Teilnehmenden typischerweise selbst weitere Personen an. Bei einem Ponzi-System sammelt dagegen meist eine zentrale Stelle das Kapital ein und verwendet neue Einzahlungen zur Finanzierung früherer Auszahlungen.
Der Begriff geht auf Charles Ponzi zurück, der in den 1920er-Jahren in den USA ein entsprechendes Betrugssystem betrieb.