Shareholder Activism, auf Deutsch Aktionärsaktivismus, bezeichnet die aktive Einflussnahme von Aktionärinnen und Aktionären auf die Führung, Strategie oder Geschäftspolitik eines Unternehmens.
Aktivistische Aktionärinnen und Aktionäre nutzen ihre Rechte als Anteilseigner, um Veränderungen im Unternehmen anzustossen. Dazu können beispielsweise strategische Anpassungen, Veränderungen in der Kapitalallokation, eine andere Zusammensetzung des Verwaltungsrats oder Verbesserungen bei Corporate Governance, Umwelt- oder Sozialthemen gehören.
Die Einflussnahme kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Aktionärinnen und Aktionäre können beispielsweise das Gespräch mit dem Management suchen, Anträge an der Generalversammlung stellen, ihre Stimmrechte gezielt einsetzen oder öffentlich für bestimmte Veränderungen werben.
Besonders aktive Investorinnen und Investoren können auch versuchen, Sitze im Verwaltungsrat zu erhalten oder gemeinsam mit anderen Aktionärinnen und Aktionären Druck auf die Unternehmensführung auszuüben.
Shareholder Activism ist nicht grundsätzlich mit einer feindlichen Übernahme gleichzusetzen. Aktivistische Aktionärinnen und Aktionäre können bereits mit einer vergleichsweise kleinen Beteiligung versuchen, Veränderungen herbeizuführen, ohne die Kontrolle über das gesamte Unternehmen übernehmen zu wollen.
Je nach Zielsetzung kann Aktionärsaktivismus sowohl auf eine Steigerung des Unternehmenswerts als auch auf Veränderungen bei Unternehmensführung, Nachhaltigkeit oder anderen strategischen Themen ausgerichtet sein.