Die Konjunktur beschreibt die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes über einen bestimmten Zeitraum. Sie zeigt, ob die Wirtschaft wächst, stagniert oder schrumpft.
Typischerweise verläuft die Konjunktur in Zyklen. In einer Aufschwungphase steigen Produktion, Investitionen und Beschäftigung. Unternehmen erzielen häufig höhere Umsätze und Gewinne. Nähert sich die Wirtschaft ihrer Kapazitätsgrenze, können Preise und Löhne stärker steigen. Kühlt die Nachfrage ab, verliert die Wirtschaft an Dynamik und kann in eine Rezession geraten.
Um die konjunkturelle Lage einzuschätzen, werden verschiedene Wirtschaftsdaten beobachtet. Dazu gehören das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosenquote, Unternehmensumfragen, Konsumausgaben und die Inflation. Kein einzelner Indikator liefert dabei ein vollständiges Bild.
Auch für die Finanzmärkte spielt die Konjunktur eine wichtige Rolle. Eine starke Wirtschaft kann Unternehmensgewinne unterstützen, gleichzeitig aber den Inflationsdruck erhöhen. Eine schwache Wirtschaft belastet häufig die Gewinne, kann jedoch sinkende Zinsen wahrscheinlicher machen. Deshalb reagieren Aktien und Anleihen nicht immer gleich auf dieselben Konjunkturdaten.
Eng damit verbunden ist die Geldpolitik. Zentralbanken berücksichtigen die wirtschaftliche Entwicklung bei ihren Zinsentscheidungen und versuchen dabei, Preisstabilität und konjunkturelle Bedingungen in Einklang zu bringen.
Für die Geldanlage ist allerdings nicht nur entscheidend, ob die Wirtschaft gerade gut oder schlecht läuft. Finanzmärkte richten ihren Blick nach vorne. Kurse können deshalb bereits steigen, während die Wirtschaft noch schwach aussieht, oder fallen, obwohl die aktuellen Wirtschaftsdaten weiterhin robust sind.
Konjunktur und Börse laufen oft in dieselbe Richtung. Nur selten im gleichen Takt.