Die Modern Portfolio Theory (MPT), auf Deutsch moderne Portfoliotheorie, beschreibt, wie verschiedene Anlagen kombiniert werden können, um das Verhältnis zwischen erwarteter Rendite und Risiko eines Portfolios zu verbessern.
Eine ihrer zentralen Erkenntnisse lautet: Für das Risiko eines Portfolios ist nicht nur entscheidend, wie riskant die einzelnen Anlagen sind. Ebenso wichtig ist, wie sich deren Kurse zueinander bewegen.
Genau hier setzt die Diversifikation an. Werden Anlagen kombiniert, die nicht vollständig gleich auf Marktentwicklungen reagieren, können sich ihre Schwankungen teilweise ausgleichen. Entscheidend dafür ist unter anderem ihre Korrelation.
In der klassischen MPT wird Risiko vor allem über die Volatilität beziehungsweise die Varianz der Renditen gemessen. Aus den erwarteten Renditen, Risiken und Korrelationen verschiedener Anlagen lassen sich unterschiedliche Portfoliozusammensetzungen berechnen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Efficient Frontier. Sie beschreibt jene Portfolios, die für ein bestimmtes erwartetes Risiko die höchste erwartete Rendite bieten oder für eine bestimmte erwartete Rendite das geringste Risiko.
Die Modern Portfolio Theory bildet bis heute eine wichtige Grundlage für Asset Allocation und Portfoliooptimierung. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, den Blick von der Auswahl einzelner Wertschriften auf das Zusammenspiel des gesamten Portfolios zu lenken.
Das Modell hat allerdings Grenzen. Erwartete Renditen, Volatilitäten und Korrelationen müssen geschätzt werden und können sich im Zeitverlauf erheblich verändern. Zudem bildet Volatilität nicht jede Form von Risiko ab. Ein mathematisch effizientes Portfolio ist deshalb nicht automatisch das individuell passende Portfolio.
Die wichtigste Erkenntnis der MPT braucht am Ende erstaunlich wenig Mathematik: Entscheidend ist nicht nur, was im Portfolio liegt, sondern wie die einzelnen Teile zusammenspielen.