Closet Indexing

Closet Indexing bezeichnet eine Anlagestrategie, bei der ein Fonds offiziell aktiv verwaltet wird, sich in seiner Zusammensetzung aber stark an einer Benchmark orientiert.

Das Portfolio weicht dabei nur begrenzt vom Vergleichsindex ab. Trotzdem können Gebühren anfallen, die typisch für einen aktiven Fonds sind. Genau darin liegt die Kritik am Closet Indexing. Wer für aktives Management bezahlt, erwartet in der Regel auch ein Portfolio, das eigenständige Anlageentscheidungen erkennen lässt.

Wie stark sich ein Fonds tatsächlich von seiner Benchmark unterscheidet, lässt sich unter anderem mit dem Active Share beurteilen. Je höher dieser Wert ist, desto stärker weicht die Zusammensetzung des Portfolios vom Vergleichsindex ab. Auch der Tracking Error kann Hinweise darauf geben, wie eigenständig ein Fonds geführt wird.

Closet Indexing ist nicht automatisch schlecht. Eine geringe Abweichung von der Benchmark kann Teil einer bewusst defensiven Strategie sein. Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Fonds aktives Management verspricht und entsprechend hohe Gebühren verlangt, in der Praxis aber weitgehend dem Index folgt.

Für die Beurteilung eines Fonds lohnt sich deshalb der Blick über das Etikett hinaus. Entscheidend ist nicht, ob «aktiv» auf der Verpackung steht, sondern wie aktiv das Portfolio tatsächlich geführt wird.

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