Der Economic Value Added, kurz EVA, misst, ob ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital tatsächlich wirtschaftlichen Mehrwert schafft. Entscheidend ist dabei nicht nur, ob das Unternehmen einen Gewinn erzielt, sondern ob dieser Gewinn auch die Kosten des benötigten Kapitals übersteigt.
Für die Berechnung wird zunächst der operative Gewinn nach Steuern betrachtet. Dieser wird als NOPAT bezeichnet, kurz für Net Operating Profit After Taxes. Davon werden die Kosten für das im Unternehmen eingesetzte Kapital abgezogen.
Vereinfacht gilt:
EVA = operativer Gewinn nach Steuern minus Kapitalkosten
Erwirtschaftet ein Unternehmen beispielsweise einen operativen Gewinn nach Steuern von 12 Millionen Franken und betragen die Kapitalkosten 9 Millionen Franken, ergibt sich ein EVA von 3 Millionen Franken. Das Unternehmen hat aus dieser Perspektive wirtschaftlichen Mehrwert geschaffen.
Ist der EVA positiv, verdient das Unternehmen mehr, als die Finanzierung des eingesetzten Kapitals kostet. Ein negativer EVA bedeutet dagegen, dass der operative Gewinn nicht ausreicht, um diese Kosten vollständig zu decken.
Das unterscheidet EVA von klassischen Gewinnkennzahlen. Ein Unternehmen kann buchhalterisch profitabel sein und trotzdem wirtschaftlichen Wert vernichten, wenn für den erzielten Gewinn zu viel oder zu teures Kapital benötigt wird. Die Kapitalstruktur spielt deshalb ebenfalls eine wichtige Rolle.
EVA stellt damit eine etwas anspruchsvollere, aber wichtige Frage. Nicht nur, ob ein Unternehmen Geld verdient, sondern ob es genug verdient, um den Einsatz des Kapitals zu rechtfertigen.
Gewinn ist gut. Mehr verdienen, als das dafür benötigte Kapital kostet, ist besser.