Die Kapitalstruktur beschreibt, wie ein Unternehmen finanziert ist. Im Zentrum steht das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Fremdkapital.
Eigenkapital trägt Verluste zuerst und verlangt dafür grundsätzlich eine höhere erwartete Rendite. Fremdkapital ist häufig günstiger, bringt aber Zinszahlungen und Rückzahlungsverpflichtungen mit sich. Mehr Schulden können deshalb die Eigenkapitalrendite erhöhen, gleichzeitig steigt jedoch das finanzielle Risiko.
Welche Mischung optimal ist, beschäftigt die Finanztheorie seit Jahrzehnten. Besonders bekannt ist das Modigliani-Miller-Modell. Es zeigt unter stark vereinfachten Annahmen, dass der Wert eines Unternehmens nicht allein dadurch steigt, dass Eigenkapital durch Fremdkapital ersetzt wird.
In der realen Welt spielen allerdings Steuern, Finanzierungskosten, Insolvenzrisiken und unterschiedliche Kapitalkosten eine Rolle. Die Kapitalstruktur ist deshalb alles andere als irrelevant.
Mehr Schulden machen ein Unternehmen also nicht automatisch wertvoller. Die Finanzwelt wäre sonst erfreulich einfach.