Der Enterprise Value, kurz EV, bezeichnet den Gesamtwert eines Unternehmens unabhängig davon, wie es finanziert ist. Im Unterschied zur Marktkapitalisierung berücksichtigt er deshalb nicht nur den Börsenwert des Eigenkapitals, sondern auch die Verschuldung und vorhandene liquide Mittel.
Vereinfacht gilt
Enterprise Value = Marktkapitalisierung + Finanzschulden minus liquide Mittel
Ein Beispiel zeigt den Unterschied. Ein Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von 800 Millionen Franken, Finanzschulden von 300 Millionen Franken und liquide Mittel von 100 Millionen Franken. Sein Enterprise Value beträgt damit 1 Milliarde Franken.
Warum werden Schulden addiert und liquide Mittel abgezogen? Wer ein ganzes Unternehmen übernimmt, übernimmt grundsätzlich auch dessen Schulden. Gleichzeitig stehen vorhandene liquide Mittel wirtschaftlich zur Verfügung und reduzieren damit den effektiven Unternehmenswert.
Der Enterprise Value wird häufig für den Vergleich und die Bewertung von Unternehmen verwendet. Besonders verbreitet ist die Kombination mit operativen Kennzahlen wie dem EBITDA. Beim EBITDA-Multiple wird der Enterprise Value ins Verhältnis zum EBITDA gesetzt. Dadurch lassen sich Unternehmen mit unterschiedlichen Kapitalstrukturen besser miteinander vergleichen.
Der Enterprise Value ist trotzdem kein Preisschild, zu dem ein Unternehmen tatsächlich gekauft werden könnte. Bei einer Übernahme spielen beispielsweise Kontrollprämien, Synergien und weitere Verpflichtungen eine Rolle.
Die Marktkapitalisierung zeigt, was das Eigenkapital an der Börse wert ist. Der Enterprise Value versucht, das ganze Unternehmen auf die Waage zu stellen.