Das Verhältnis von Enterprise Value zu Free Cashflow, kurz EV/FCF, ist eine Kennzahl zur Bewertung von Unternehmen. Sie setzt den gesamten Unternehmenswert ins Verhältnis zum frei verfügbaren Cashflow.
Vereinfacht gilt
EV/FCF = Enterprise Value ÷ Free Cashflow
Der Enterprise Value berücksichtigt neben der Marktkapitalisierung auch die Verschuldung und die liquiden Mittel eines Unternehmens. Der Free Cashflow zeigt vereinfacht, wie viel Geld nach den laufenden Ausgaben und notwendigen Investitionen übrig bleibt.
Beträgt der Enterprise Value beispielsweise 1 Milliarde Franken und erwirtschaftet das Unternehmen einen Free Cashflow von 100 Millionen Franken, liegt das EV/FCF bei 10. Das Unternehmen wird damit zum Zehnfachen seines jährlichen Free Cashflows bewertet.
Ein tiefer Wert kann auf eine vergleichsweise günstige Bewertung hindeuten, ein hoher Wert auf entsprechend hohe Wachstumserwartungen. Ganz so einfach ist die Interpretation allerdings nicht. Wachstum, Verschuldung, Kapitalbedarf, Branche und die Stabilität des Free Cashflows können erhebliche Unterschiede rechtfertigen.
Interessant ist auch der Vergleich mit dem EBITDA-Multiple. Das EBITDA blendet Investitionen in das operative Geschäft weitgehend aus. Beim Free Cashflow werden solche Mittelabflüsse berücksichtigt. EV/FCF kann deshalb insbesondere bei kapitalintensiven Unternehmen ein anderes Bild der Bewertung liefern.
Wie bei anderen Bewertungskennzahlen sollte EV/FCF nicht isoliert betrachtet werden. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis und weitere Kennzahlen können zusätzliche Perspektiven liefern. Mehr dazu erklären wir in unserem Blog Geldanlage bewerten mit den wichtigsten Kennzahlen.
Gewinne lassen sich unterschiedlich definieren. Beim Free Cashflow wird die Frage etwas konkreter. Wie viel Geld bleibt tatsächlich übrig?