Familiarity Bias bezeichnet die Tendenz von Anlegerinnen und Anlegern, vertraute Unternehmen, Märkte oder Anlageprodukte gegenüber weniger bekannten Alternativen zu bevorzugen.
Diese Vertrautheit kann dazu führen, dass eine Anlage als weniger riskant oder attraktiver wahrgenommen wird, obwohl dafür keine ausreichende objektive Grundlage besteht. Anlegerinnen und Anleger investieren beispielsweise verstärkt in bekannte Unternehmen, die eigene Arbeitgeberin oder den heimischen Aktienmarkt.
Ein möglicher Spezialfall ist der Home Bias. Dabei werden Anlagen aus dem eigenen Land überproportional stark gewichtet. Familiarity Bias ist jedoch weiter gefasst und kann auch Unternehmen, Branchen oder Anlageprodukte betreffen, die aus anderen Gründen besonders vertraut erscheinen.
Für ein Portfolio kann Familiarity Bias problematisch sein, wenn dadurch eine zu starke Konzentration auf wenige Unternehmen, Branchen oder Länder entsteht. Eine breite Diversifikation kann dazu beitragen, solche Konzentrationsrisiken zu reduzieren.
Familiarity Bias gehört zu den Verhaltensmustern, die in der Behavioral Finance untersucht werden. Vertrautheit mit einer Anlage ist dabei nicht mit einer besseren Kenntnis ihrer zukünftigen Rendite oder ihres tatsächlichen Risikos gleichzusetzen.