Herding, auf Deutsch Herdenverhalten, bezeichnet die Tendenz, sich bei Entscheidungen am Verhalten anderer zu orientieren, anstatt unabhängig auf Basis der verfügbaren Informationen zu entscheiden.
An den Finanzmärkten kann Herding beispielsweise auftreten, wenn viele Marktteilnehmende dieselben Aktien oder Anlageklassen kaufen oder verkaufen, weil andere dies ebenfalls tun. Dadurch können bestehende Marktbewegungen verstärkt werden.
Herdenverhalten kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören Unsicherheit, die Annahme, andere Marktteilnehmende verfügten über bessere Informationen, oder der soziale Druck, nicht gegen die vorherrschende Marktmeinung zu handeln.
Herding steht in engem Zusammenhang mit FOMO, ist aber nicht dasselbe. FOMO beschreibt die Angst, eine attraktive Gelegenheit oder weitere Kursgewinne zu verpassen. Herding bezeichnet dagegen allgemeiner die Orientierung am Verhalten anderer Marktteilnehmender.
Herdenverhalten kann sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Märkten auftreten und dadurch Kursbewegungen verstärken. Dass viele Marktteilnehmende dieselbe Entscheidung treffen, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese Entscheidung irrational oder fundamental unbegründet ist.
Herding ist eines der Verhaltensmuster, die im Rahmen der Behavioral Finance untersucht werden.