Marktanomalien («Market Anomalies») sind wiederkehrende Muster an den Finanzmärkten, die sich nicht ohne Weiteres mit der Annahme vollständig effizienter Märkte erklären lassen.
Nach der Efficient Market Hypothesis (EMH) sollten verfügbare Informationen bereits in den Marktpreisen enthalten sein. Systematische Überrenditen aufgrund öffentlich bekannter Informationen wären demnach langfristig nur schwer zu erzielen.
Zu den bekannten Marktanomalien zählen der Momentum-Effekt, der Size-Effekt und die Low-Volatility-Anomalie. Auch der in der Finanzforschung untersuchte Value-Effekt wird häufig in diesem Zusammenhang betrachtet.
Für solche Muster gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Dazu gehören zusätzliche Risikofaktoren, institutionelle Rahmenbedingungen und das Verhalten von Marktteilnehmern. Die Behavioral Finance untersucht insbesondere, wie psychologische Faktoren und systematische Verhaltensmuster die Entscheidungen von Anlegerinnen und Anlegern beeinflussen können.
Eine historisch beobachtete Marktanomalie ist keine Garantie für zukünftige Überrenditen. Muster können schwächer werden oder verschwinden, sobald sie bekannt sind. Zudem können vermeintliche Anomalien durch die Auswahl und Auswertung historischer Daten entstehen.
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