Leverage bedeutet Hebelwirkung. Anlegerinnen und Anleger setzen dabei Fremdkapital oder Finanzinstrumente ein, um mit einem vergleichsweise kleinen Kapitaleinsatz eine grössere Position am Markt zu bewegen.
Das Prinzip klingt verlockend. Wer mehr Kapital investiert, als tatsächlich eigenes Kapital vorhanden ist, kann bei einer positiven Kursentwicklung eine höhere Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital erzielen. Der Hebel kennt allerdings keine bevorzugte Richtung. Verluste werden genauso verstärkt wie Gewinne.
Wie funktioniert Leverage
Ein einfaches Beispiel zeigt die Wirkung. Eine Anlegerin investiert 10'000 Franken eigenes Kapital. Ohne Leverage entspricht ihre Marktposition ebenfalls 10'000 Franken.
Nimmt sie zusätzlich 10'000 Franken Fremdkapital auf, beträgt die Position 20'000 Franken. Steigt die Anlage um 10 Prozent, entsteht vor Finanzierungskosten ein Gewinn von 2'000 Franken. Bezogen auf die ursprünglich eingesetzten 10'000 Franken Eigenkapital entspricht das 20 Prozent.
Fällt die Anlage dagegen um 10 Prozent, beträgt der Verlust ebenfalls 2'000 Franken. Aus einem Marktrückgang von 10 Prozent wird damit ein Verlust von 20 Prozent auf das Eigenkapital.
Leverage vergrössert also nicht die Treffsicherheit einer Anlageentscheidung. Nur ihre Konsequenzen.
Leverage beim Investieren
Eine Möglichkeit, einen Hebel einzusetzen, ist Margin Trading. Dabei wird geliehenes Geld verwendet, um Wertpapiere zu kaufen und eine grössere Position einzugehen, als mit dem vorhandenen Eigenkapital möglich wäre.
Ein ähnliches Prinzip findet sich beim Lombardkredit. Dabei dienen bestehende Wertpapiere als Sicherheit für einen Kredit. Das zusätzlich verfügbare Kapital kann wiederum investiert werden.
Auch Derivate können eine Hebelwirkung erzeugen. Bei bestimmten Derivaten lässt sich mit einem relativ kleinen Kapitaleinsatz eine deutlich grössere Marktposition abbilden.
Warum erhöht Leverage das Risiko
Je höher der Hebel, desto stärker wirken sich Kursbewegungen auf das eingesetzte Eigenkapital aus. Das erhöht nicht nur die möglichen Gewinne, sondern insbesondere auch das Verlustrisiko.
Hinzu kommen Finanzierungskosten und je nach Instrument weitere Risiken. Bei stark gehebelten Positionen können bereits vergleichsweise kleine Marktbewegungen erhebliche Verluste verursachen.
Besonders relevant ist dabei die Volatilität. Starke Kursschwankungen können bei ungehebelten Anlagen unangenehm sein. Mit Leverage werden sie schneller teuer.
Leverage ist deshalb kein Renditetrick, sondern ein Instrument zur Veränderung des Risikoprofils. Der Hebel kann die Rendite erhöhen. Das Risiko läuft allerdings immer mit.