Ein Pfandbrief ist eine besonders besicherte Form der Anleihe. In der Schweiz dienen Pfandbriefe insbesondere dazu, Hypothekarkredite langfristig zu refinanzieren.
Das Prinzip funktioniert vereinfacht so. Banken vergeben Hypotheken und können einen Teil dieser Kredite über das Schweizer Pfandbriefsystem refinanzieren. Die ausgegebenen Pfandbriefe sind durch gesetzlich geregelte Deckungswerte abgesichert. Für Anlegerinnen und Anleger entsteht dadurch eine zusätzliche Sicherheit gegenüber einer gewöhnlichen unbesicherten Anleihe.
In der Schweiz ist das System besonders geregelt. Pfandbriefe werden nicht beliebig von einzelnen Banken emittiert, sondern über die dafür vorgesehenen Pfandbriefinstitute. Das unterscheidet den Schweizer Pfandbriefmarkt von verschiedenen ausländischen Covered-Bond-Systemen.
Pfandbriefe werden häufig von institutionellen Anlegerinnen und Anlegern eingesetzt, die vergleichsweise stabile festverzinsliche Anlagen suchen. Sicherheit bedeutet allerdings nicht Risikofreiheit. Auch Pfandbriefe reagieren beispielsweise auf Veränderungen des Zinsniveaus. Steigen die Marktzinsen, können bereits ausgegebene Pfandbriefe an Wert verlieren.
Wichtig ist zudem die Abgrenzung zu Mortgage-Backed Securities. Bei einer klassischen Verbriefung werden Hypothekarforderungen in Wertpapiere überführt. Beim Schweizer Pfandbrief basiert die Absicherung dagegen auf einem gesetzlich geregelten Deckungs- und Pfandsystem. Die beiden Konstruktionen mögen auf den ersten Blick ähnlich aussehen, funktionieren aber nicht gleich.
Der Pfandbrief macht aus einer Hypothek keine risikofreie Anlage. Er gibt Anlegerinnen und Anlegern aber deutlich mehr Sicherheit als bloss einen guten Namen auf einem Schuldschein.