Eine Provision ist eine Vergütung, die für die Vermittlung, den Verkauf oder den Abschluss eines Geschäfts bezahlt wird. Im Finanzbereich können Provisionen beispielsweise beim Vertrieb von Anlageprodukten, Versicherungen oder anderen Finanzdienstleistungen anfallen.
Für Anlegerinnen und Anleger ist vor allem relevant, wer die Provision bezahlt und wer sie erhält. Wird eine Finanzberaterin oder ein Finanzberater direkt von der Kundschaft vergütet, ist die Kostenstruktur vergleichsweise einfach nachvollziehbar. Kommt die Vergütung dagegen von einem Produktanbieter oder einer anderen Drittpartei, können Interessenkonflikte entstehen.
Ein Beispiel sind Vertriebsprovisionen bei Anlageprodukten. Erhält ein Finanzdienstleister für den Verkauf eines bestimmten Fonds eine Vergütung vom Anbieter, kann ein finanzieller Anreiz bestehen, gerade dieses Produkt zu empfehlen. Das Produkt muss deshalb nicht schlecht sein. Die Empfehlung ist aber nicht vollständig unabhängig von der Vergütungsstruktur.
In der Schweizer Vermögensverwaltung spielen in diesem Zusammenhang auch Retrozessionen eine Rolle. Dabei handelt es sich um Vergütungen, die Finanzdienstleister von Dritten erhalten können. Für Kundinnen und Kunden sind deshalb Transparenz und der Umgang mit solchen Zahlungen entscheidend.
Provisionen sind nicht grundsätzlich problematisch. Anlegerinnen und Anleger sollten aber verstehen, welche Vergütungen anfallen und welche finanziellen Anreize dadurch entstehen.
Denn bei einer Provision ist nicht nur interessant, wie viel bezahlt wird. Mindestens ebenso wichtig ist, wer dafür bezahlt und warum.