Die Rendite auf Verfall, auf Englisch «Yield to Maturity» (YTM), gibt an, welche annualisierte Rendite eine Anleihe voraussichtlich erzielt, wenn sie bis zur Fälligkeit gehalten wird und der Emittent seinen Zahlungsverpflichtungen vollständig nachkommt.
Anders als der Coupon berücksichtigt die Rendite auf Verfall nicht nur die laufenden Zinszahlungen. Sie bezieht auch den aktuellen Kaufpreis der Anleihe, den Nennwert, die verbleibende Laufzeit und die Rückzahlung bei Fälligkeit ein.
Ein Beispiel: Eine Anleihe hat einen Nennwert von 1'000 Franken, wird aber für 950 Franken gekauft. Wird sie bei Fälligkeit zu 1'000 Franken zurückbezahlt, entsteht zusätzlich zu den Couponzahlungen ein Kursgewinn von 50 Franken. Dieser fliesst in die Berechnung der Rendite auf Verfall ein.
Wird eine Anleihe dagegen über ihrem Nennwert gekauft, reduziert die Rückzahlung zum tieferen Nennwert die effektive Rendite. Deshalb können zwei Anleihen mit demselben Coupon unterschiedliche Renditen auf Verfall aufweisen.
Die YTM ist eine rechnerische Rendite und beruht auf bestimmten Annahmen. Dazu gehört insbesondere, dass die Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten wird, sämtliche Zahlungen wie vereinbart erfolgen und zwischenzeitliche Couponzahlungen zu einer entsprechenden Rendite wieder angelegt werden können. In der Praxis kann die tatsächlich erzielte Rendite deshalb von der YTM abweichen.
Für Anlegerinnen und Anleger ist die Rendite auf Verfall dennoch eine wichtige Kennzahl, um Anleihen mit unterschiedlichen Coupons, Kursen und Laufzeiten miteinander zu vergleichen. Der Coupon sagt, was die Anleihe zahlt – die YTM zeigt besser, was daraus bis zur Fälligkeit werden kann.