Als sicherer Hafen, auf Englisch «Safe Haven», werden Anlagen bezeichnet, von denen erwartet wird, dass sie ihren Wert in wirtschaftlich oder politisch turbulenten Zeiten vergleichsweise gut halten oder sogar an Wert gewinnen.
Typische Beispiele sind Gold, bestimmte Staatsanleihen oder Währungen, die in Krisenzeiten als besonders vertrauenswürdig wahrgenommen werden. Auch der Schweizer Franken gilt aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Stabilität der Schweiz häufig als Safe-Haven-Währung.
Entscheidend ist dabei das Wort «vergleichsweise». Ein sicherer Hafen ist nicht automatisch eine risikofreie Anlage. Gold kann im Preis fallen, Anleihen reagieren unter anderem auf Veränderungen der Zinsen, und auch der Schweizer Franken kann gegenüber anderen Währungen an Wert verlieren.
Ob eine Anlage tatsächlich als sicherer Hafen funktioniert, hängt zudem von der jeweiligen Krise ab. Eine Anlage, die während eines Börsencrashs Stabilität bietet, muss bei hoher Inflation oder stark steigenden Zinsen nicht dieselbe Schutzwirkung entfalten.
In einem Portfolio können Safe-Haven-Anlagen zur Diversifikation beitragen und Verluste anderer Anlagen teilweise abfedern. Ihre Wirkung sollte jedoch immer im Zusammenspiel mit dem gesamten Portfolio betrachtet werden.
Ein sicherer Hafen verspricht also keinen ruhigen Wellengang. Im besten Fall sorgt er dafür, dass das Portfolio bei Sturm etwas weniger schaukelt.