Überhandeln

Überhandeln bezeichnet übermässig häufiges Kaufen und Verkaufen von Wertschriften. Eine hohe Handelsaktivität kann die langfristige Anlagerendite belasten, insbesondere wenn dadurch zusätzliche Kosten entstehen oder Anlageentscheidungen zunehmend von kurzfristigen Marktbewegungen und Emotionen beeinflusst werden.

Zu den möglichen Nachteilen von Überhandeln gehören:

Transaktionskosten: Jeder Kauf und Verkauf kann Courtagen, Börsengebühren und weitere Kosten verursachen. Je häufiger gehandelt wird, desto stärker können diese Kosten die Nettorendite belasten.

Bid-Ask-Spread: Beim Handel besteht häufig eine Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Dieser Spread stellt einen indirekten Handelskostenfaktor dar und fällt bei häufigen Transaktionen entsprechend stärker ins Gewicht.

Timing-Risiko: Häufiges Ein- und Aussteigen setzt voraus, wiederholt günstige Zeitpunkte für Kauf und Verkauf zu finden. Fehlentscheidungen können dazu führen, dass wichtige positive Marktphasen verpasst werden.

Verhaltensbedingte Entscheidungen: Emotionen und kognitive Verzerrungen können häufiges Handeln begünstigen. Dazu gehören beispielsweise FOMO, Verlustaversion oder übermässiges Selbstvertrauen.

Weniger Zeit im Markt: Wer häufig zwischen investierten und nicht investierten Positionen wechselt, kann weniger lange vollständig am Kapitalmarkt investiert sein. Dadurch kann auch der langfristige Zinseszinseffekt beeinträchtigt werden.

Überhandeln bedeutet allerdings nicht, dass häufiges Handeln grundsätzlich falsch ist. Entscheidend ist, ob Transaktionen einer nachvollziehbaren Anlagestrategie folgen oder hauptsächlich als Reaktion auf kurzfristige Kursbewegungen und Emotionen erfolgen.

Siehe auch: Behavioral Finance.

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