AT-1-Anleihen (Additional Tier 1), häufig auch CoCo-Anleihen genannt, sind nachrangige Schuldinstrumente, die insbesondere von Banken ausgegeben werden. Sie dienen dazu, regulatorische Kapitalanforderungen zu erfüllen und die Verlusttragfähigkeit einer Bank zu stärken.
Im Unterschied zu klassischen Anleihen tragen AT-1-Anleihen ein erhöhtes Verlustrisiko. Unter bestimmten vertraglich oder regulatorisch definierten Bedingungen können sie in Eigenkapital umgewandelt oder teilweise beziehungsweise vollständig abgeschrieben werden. Zudem sind Zinszahlungen unter bestimmten Voraussetzungen aussetzbar.
AT-1-Anleihen sind nachrangig. Gerät eine Bank in finanzielle Schwierigkeiten, können Anleger deshalb Verluste erleiden, bevor bestimmte vorrangige Gläubiger betroffen sind. Als Ausgleich für dieses zusätzliche Risiko bieten AT-1-Anleihen in der Regel eine höhere Verzinsung als vergleichbare vorrangige Anleihen desselben Emittenten.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten AT-1-Anleihen in der Schweiz im März 2023 im Zusammenhang mit der Übernahme der Credit Suisse durch UBS. Die FINMA ordnete damals die vollständige Abschreibung der AT-1-Instrumente der Credit Suisse im Umfang von rund 16 Milliarden Franken an.
AT-1-Anleihen sind damit komplexe Finanzinstrumente, bei denen neben der Bonität des Emittenten insbesondere die konkreten Vertragsbedingungen und regulatorischen Verlustmechanismen berücksichtigt werden müssen.