Der Intrinsic Value, auf Deutsch innerer Wert, bezeichnet den geschätzten wirtschaftlichen Wert eines Unternehmens oder einer anderen Anlage. Im Gegensatz zum aktuellen Börsenkurs soll er zeigen, was eine Anlage aufgrund ihrer fundamentalen Eigenschaften tatsächlich wert sein könnte.
Bei Aktien versuchen Anlegerinnen und Anleger den inneren Wert beispielsweise anhand zukünftiger Cashflows, Gewinne, Wachstumsaussichten und weiterer Unternehmenskennzahlen zu bestimmen. Eine wichtige Methode dafür ist die Fundamentalanalyse.
Liegt der berechnete Intrinsic Value über dem aktuellen Börsenkurs, kann eine Aktie als unterbewertet gelten. Liegt er darunter, erscheint sie entsprechend überbewertet. Dieses Prinzip spielt insbesondere beim Value Investing eine wichtige Rolle.
Der Haken liegt im Wort «berechnet». Der Intrinsic Value lässt sich nicht direkt beobachten. Je nachdem, welche zukünftigen Gewinne, Wachstumsraten oder Diskontierungssätze angenommen werden, können zwei Anlegerinnen und Anleger für dasselbe Unternehmen zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Genau hier trifft Bewertung auf Markttheorie. In unserem Blog Ist der Aktienmarkt rational? Fast immer erklären wir, warum die Markteffizienzhypothese davon ausgeht, dass verfügbare Informationen bereits weitgehend in den Kursen enthalten sind.
Der Börsenkurs ist sichtbar. Der Intrinsic Value muss geschätzt werden. Und genau deshalb lässt sich über den ersten wesentlich weniger streiten als über den zweiten.