Modellrisiko bezeichnet das Risiko, dass Entscheidungen oder Bewertungen aufgrund eines fehlerhaften, ungeeigneten oder falsch angewendeten Modells zu falschen Ergebnissen führen.
Finanzmodelle vereinfachen die Realität. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um Portfolios zu konstruieren, Risiken zu messen oder Anlagestrategien zu simulieren. Dabei müssen Annahmen getroffen werden – etwa über Renditen, Volatilität oder die Korrelation verschiedener Anlagen.
Modellrisiken können durch ungeeignete Annahmen, fehlerhafte Berechnungen, unzureichende Daten oder eine falsche Implementierung entstehen. Aber auch ein mathematisch korrektes Modell kann danebenliegen: Marktbedingungen verändern sich, Korrelationen verschieben sich und historische Zusammenhänge müssen in Zukunft nicht weiter gelten.
Historische Simulationen und Backtests können helfen, die Eigenschaften und Schwächen eines Modells zu untersuchen. Sie können jedoch nicht gewährleisten, dass sich eine Anlagestrategie in Zukunft wie erwartet entwickelt.
Modellrisiken lassen sich durch sorgfältige Validierung, robuste Daten, unterschiedliche Szenarien und die regelmässige Überprüfung der verwendeten Annahmen reduzieren – vollständig eliminieren lassen sie sich nicht.
Ein Modell ist schliesslich ein Werkzeug, keine Glaskugel.