Risk-On und Risk-Off beschreiben die Risikostimmung an den Finanzmärkten. Die Begriffe zeigen vereinfacht, ob Anlegerinnen und Anleger gerade bereit sind, mehr Risiko einzugehen oder eher Sicherheit suchen.
In einer Risk-On-Phase ist die Risikobereitschaft am Markt vergleichsweise hoch. Anlegerinnen und Anleger investieren verstärkt in Anlagen mit höheren Renditechancen und entsprechend höheren Risiken. Dazu können beispielsweise Aktien, Hochzinsanleihen oder Anlagen aus Schwellenländern gehören.
Bei Risk-Off steht dagegen der Schutz des Kapitals stärker im Vordergrund. Unsicherheit über Konjunktur, Inflation, Geldpolitik oder geopolitische Entwicklungen kann dazu führen, dass riskantere Anlagen verkauft und vermeintlich defensivere oder liquidere Anlagen stärker nachgefragt werden.
Die Einteilung ist allerdings keine feste Marktregel. Nicht jede Anlage reagiert in jeder Krise gleich und auch klassische sichere Häfen können zeitweise deutlich schwanken.
Risk-On und Risk-Off können sich zudem auf die Risikoprämie auswirken. Wenn Marktteilnehmende Risiken stärker wahrnehmen, verlangen sie tendenziell eine höhere erwartete Rendite als Entschädigung. Gleichzeitig kann in unruhigen Marktphasen die Volatilität steigen.
FĂĽr langfristige Anlegerinnen und Anleger ist die aktuelle Risk-On- oder Risk-Off-Stimmung deshalb eher eine Beschreibung des Marktumfelds als eine Aufforderung zum Handeln. Wer seine Anlagestrategie bei jedem Stimmungswechsel anpasst, versucht letztlich, den Markt kurzfristig vorherzusagen.
Risk-On bedeutet, dass Risiko gerade beliebt ist. Risk-Off bedeutet, dass Sicherheit beliebter wird. Wie lange die jeweilige Stimmung anhält, steht leider auf keinem Börsenticker.