Risikoprämie

Die Risikoprämie ist die zusätzliche Rendite, die für das Eingehen eines Risikos gegenüber einer vergleichbaren, möglichst risikoarmen Anlage erwartet wird. Sie ist gewissermassen der Preis dafür, dass eine Anlage mit Unsicherheit verbunden ist.

Bei Aktien wird häufig von der Aktienrisikoprämie gesprochen. Sie beschreibt die erwartete Mehrrendite des Aktienmarktes gegenüber einer risikoarmen Anlage. Im CAPM spielt diese Marktrisikoprämie eine zentrale Rolle bei der Berechnung der erwarteten Rendite.

Auch bei Anleihen gibt es Risikoprämien. Ein Unternehmen mit tiefer Bonität muss in der Regel eine höhere Rendite bieten als ein Schuldner mit sehr hoher Bonität. Die zusätzliche Verzinsung entschädigt unter anderem für das höhere Ausfallrisiko.

Risikoprämien können auch für andere Unsicherheiten verlangt werden. Dazu gehören etwa Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken oder lange Laufzeiten. In der Praxis wirken häufig mehrere Risiken gleichzeitig auf die verlangte Rendite einer Anlage.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Erwartung und Ergebnis. Eine höhere Risikoprämie bedeutet nicht, dass eine höhere Rendite sicher erzielt wird. Sie ist eine erwartete Entschädigung für das übernommene Risiko. Genau dieses Risiko kann sich später auch in Verlusten zeigen.

Ohne Risiko gäbe es keinen Grund für eine Risikoprämie. Ohne Unsicherheit wäre sie allerdings auch keine Prämie.

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