Slippage bezeichnet die Differenz zwischen dem erwarteten Preis einer Transaktion und dem Preis, zu dem sie tatsächlich ausgeführt wird. Sie entsteht, wenn sich der Marktpreis zwischen Auftragserteilung und Ausführung verändert oder eine Order nicht vollständig zum gewünschten Preis ausgeführt werden kann.
Angenommen, eine Anlegerin möchte eine Aktie zu einem Kurs von 100 Franken kaufen. Bis die Order ausgeführt wird, liegt der tatsächlich bezahlte Durchschnittspreis bei 100.50 Franken. Die Differenz von 0.50 Franken entspricht der Slippage.
Wie gross sie ausfällt, hängt unter anderem von der Liquidität eines Wertpapiers, der Grösse der Order und der aktuellen Marktsituation ab. Bei liquiden Wertpapieren mit hohem Handelsvolumen ist die Slippage tendenziell geringer. In wenig liquiden oder stark schwankenden Märkten kann sie deutlich grösser ausfallen.
Auch der Spread spielt eine Rolle. Er bezeichnet die Differenz zwischen dem besten verfügbaren Kauf- und Verkaufspreis. Spread und Slippage sind zwar nicht dasselbe, beide können aber dazu führen, dass der effektiv erzielte Preis vom zuletzt beobachteten Börsenkurs abweicht.
Besonders relevant ist Slippage bei grossen Orders und bei Aufträgen, die möglichst schnell ausgeführt werden sollen. Eine Market Order priorisiert beispielsweise die Ausführung und garantiert keinen bestimmten Preis. Bewegt sich der Markt schnell oder stehen zum aktuellen Preis nicht genügend Wertpapiere zur Verfügung, können Teile der Order zu schlechteren Preisen ausgeführt werden.
Für Anlegerinnen und Anleger gehört Slippage damit zu den weniger offensichtlichen Kosten des Handelns. Sie erscheint nicht unbedingt als separate Gebühr auf der Abrechnung, kann die tatsächlich erzielte Rendite aber trotzdem reduzieren.
An der Börse ist der angezeigte Preis also nicht immer der Preis, den man bekommt. Zwischen Klick und Ausführung kann selbst ein kleiner Unterschied Geld kosten.