Swing Pricing ist ein Mechanismus, mit dem Anlagefonds ihren Nettoinventarwert bei grösseren Zu- oder Abflüssen anpassen können. Ziel ist es, die dadurch entstehenden Transaktionskosten möglichst den Anlegerinnen und Anlegern zuzuordnen, die diese Kosten verursachen.
Kaufen oder verkaufen viele Anlegerinnen und Anleger Fondsanteile, muss ein offener Fonds möglicherweise Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Dabei entstehen Kosten durch Gebühren, Spreads und mögliche Auswirkungen der Transaktionen auf die Marktpreise.
Ohne Swing Pricing würden diese Kosten teilweise vom gesamten Fondsvermögen getragen. Damit würden auch bestehende Anlegerinnen und Anleger belastet, obwohl sie selbst keine Transaktion vorgenommen haben.
Beim Swing Pricing wird deshalb der Nettoinventarwert des Fonds angepasst. Bei starken Mittelzuflüssen kann der Preis nach oben und bei starken Mittelabflüssen nach unten angepasst werden. Die Höhe dieser Anpassung wird als Swing Factor bezeichnet.
Je nach Fonds kann die Anpassung bei jedem Nettozufluss oder Nettoabfluss erfolgen oder erst dann, wenn eine bestimmte Schwelle überschritten wird. Die genaue Methode ist in den Fondsdokumenten festgelegt.
Swing Pricing dient damit vor allem dem Verwässerungsschutz. Bestehende Anlegerinnen und Anleger sollen möglichst nicht für Transaktionskosten bezahlen, die durch die Käufe oder Verkäufe anderer entstehen.
Wer die Bewegung verursacht, soll also möglichst auch die Rechnung dafür übernehmen. An den Finanzmärkten ist das keineswegs selbstverständlich.