Der Yield Spread, auf Deutsch Renditeabstand, bezeichnet die Differenz zwischen den Renditen zweier Anleihen oder Anleihegruppen. Er wird ĂĽblicherweise in Basispunkten angegeben.
Rendiert eine Unternehmensanleihe beispielsweise mit 4 Prozent und eine vergleichbare Staatsanleihe mit 2,5 Prozent, beträgt der Yield Spread 1,5 Prozentpunkte beziehungsweise 150 Basispunkte.
Ein Yield Spread kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören insbesondere Unterschiede bei Bonität, Laufzeit, Liquidität und weiteren Risiken. Bei Unternehmensanleihen wird häufig die Rendite gegenüber einer als vergleichsweise sicher geltenden Staatsanleihe betrachtet.
Je höher das wahrgenommene Kreditrisiko eines Emittenten, desto grösser kann der Renditeaufschlag ausfallen, den Anlegerinnen und Anleger verlangen. Der Yield Spread steht deshalb in engem Zusammenhang mit der Risikoprämie.
Spreads verändern sich im Zeitverlauf. In wirtschaftlich unsicheren Phasen können sie sich ausweiten, wenn Anlegerinnen und Anleger für riskantere Anleihen eine höhere Rendite verlangen. Verbessert sich die Einschätzung der Kreditqualität oder nimmt die Risikobereitschaft zu, können sich die Spreads wieder verengen.
Für Anlegerinnen und Anleger liefert der Yield Spread damit einen Hinweis darauf, wie unterschiedlich der Markt bestimmte Risiken bewertet. Er sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Eine höhere Rendite ist schliesslich meist nicht das Ergebnis besonderer Grosszügigkeit.