Zinseszins entsteht, wenn erwirtschaftete Zinsen nicht ausgezahlt, sondern wieder angelegt werden. In der nächsten Periode werden dadurch nicht nur auf das ursprüngliche Kapital Zinsen erzielt, sondern auch auf die bereits gutgeschriebenen Zinsen.
Ein einfaches Beispiel zeigt die Wirkung. Werden 10'000 Franken zu 5 Prozent pro Jahr angelegt, entstehen im ersten Jahr 500 Franken Zins. Bleibt dieser Betrag investiert, werden im zweiten Jahr bereits 10'500 Franken verzinst. Das Vermögen wächst auf 11'025 Franken. Mit jeder weiteren Periode wird die Basis etwas grösser.
Genau darin liegt der Zinseszinseffekt. Das Vermögen wächst nicht linear, sondern zunehmend schneller. Entscheidend sind dabei vor allem drei Faktoren. Das eingesetzte Kapital, die erzielte Rendite und die Zeit, während der Erträge wieder angelegt werden.
Beim langfristigen Investieren beschränkt sich der Effekt nicht auf klassische Zinsen. Werden beispielsweise Dividenden und andere Anlageerträge laufend reinvestiert, können auch diese künftig weitere Erträge erwirtschaften. Deshalb kann die Wiederanlage über lange Anlagezeiträume einen erheblichen Einfluss auf die Vermögensentwicklung haben.
Der gleiche Mechanismus wirkt allerdings auch bei Kosten. Gebühren, die dem Vermögen jedes Jahr entzogen werden, können künftig selbst keine Rendite mehr erwirtschaften. Kleine Kostenunterschiede können sich über Jahrzehnte deshalb stärker bemerkbar machen, als ein Blick auf den jährlichen Prozentsatz vermuten lässt.
Mehr dazu zeigt unser Blog zum Zinseszinseffekt.
Beim Zinseszins arbeitet nicht nur das Kapital. Mit genügend Zeit arbeitet zunehmend auch das, was das Kapital bereits verdient hat.