Die Phillips-Kurve, auf Englisch «Phillips Curve», beschreibt einen möglichen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation. Vereinfacht gesagt: Bei einer starken Wirtschaft und tiefer Arbeitslosigkeit kann der Preisdruck zunehmen, während eine schwächere Wirtschaft mit höherer Arbeitslosigkeit den Inflationsdruck dämpfen kann.
Die Idee geht auf den Ökonomen A. W. Phillips zurück, der Ende der 1950er-Jahre einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Lohnentwicklung untersuchte. Später wurde daraus das bekannte Modell zum Verhältnis zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation.
Für Zentralbanken ist dieser Zusammenhang relevant, weil ihre Geldpolitik sowohl die Inflation als auch die wirtschaftliche Aktivität beeinflussen kann. Steigende Zinsen können beispielsweise die Nachfrage bremsen und damit den Inflationsdruck reduzieren – gleichzeitig kann sich dadurch der Arbeitsmarkt abschwächen.
Die Phillips-Kurve ist allerdings kein ökonomisches Naturgesetz. Inflationserwartungen, Produktivität, Energiepreise oder andere Angebotsschocks können den Zusammenhang verändern. Die Stagflation der 1970er-Jahre zeigte besonders deutlich, dass hohe Inflation und hohe Arbeitslosigkeit gleichzeitig auftreten können.
Eine Weiterentwicklung des Konzepts ist die NAIRU. Sie beschreibt vereinfacht jene Arbeitslosenquote, bei der sich die Inflation nicht beschleunigt.
Für Anlegerinnen und Anleger ist die Phillips-Kurve deshalb weniger eine Prognosemaschine als ein Denkmodell. Sie hilft zu verstehen, warum Zentralbanken bei Inflation, Konjunktur und Arbeitsmarkt häufig mehrere Entwicklungen gleichzeitig im Auge behalten müssen.