Die Schiefe, auf Englisch Skewness, beschreibt, ob die Renditen einer Anlage symmetrisch oder stärker in eine bestimmte Richtung verteilt sind. Sie hilft damit zu beurteilen, ob ungewöhnlich grosse positive oder negative Renditen häufiger beziehungsweise ausgeprägter auftreten.
Bei einer symmetrischen Verteilung liegt eine Schiefe von ungefähr null vor. Eine positive Schiefe bedeutet, dass die Verteilung einen längeren rechten Rand aufweist. Vereinfacht können dabei einzelne besonders hohe positive Renditen auftreten. Bei einer negativen Schiefe liegt der längere Rand auf der negativen Seite, sodass aussergewöhnlich starke Verluste stärker ins Gewicht fallen können.
Für Anlegerinnen und Anleger ist diese Unterscheidung relevant, weil zwei Anlagen trotz ähnlicher durchschnittlicher Rendite und Standardabweichung unterschiedliche Risikoprofile aufweisen können. Die Standardabweichung misst die Stärke der Schwankungen, unterscheidet aber nicht zwischen positiven und negativen Abweichungen.
Die Schiefe ergänzt deshalb klassische Risikokennzahlen um Informationen über die Form der Renditeverteilung. Zusammen mit der Wölbung lässt sich beispielsweise besser beurteilen, ob eine Anlage zu asymmetrischen oder aussergewöhnlich extremen Renditebewegungen neigt.
Eine positive Schiefe ist aus Sicht von Anlegerinnen und Anlegern grundsätzlich attraktiver als eine vergleichbare negative Schiefe. Die Kennzahl allein sagt allerdings noch nicht, ob eine Anlage attraktiv ist. Auch Rendite, Volatilität, Extremrisiken und Anlagehorizont müssen berücksichtigt werden.
Die Schiefe zeigt also nicht nur, wie stark Renditen schwanken. Sie zeigt, auf welcher Seite die Überraschungen häufiger gross ausfallen.