Übergewichtung und Untergewichtung

Eine Übergewichtung liegt vor, wenn eine Anlage in einem Portfolio stärker vertreten ist als in einem definierten Vergleichsmassstab. Bei einer Untergewichtung ist ihr Anteil entsprechend kleiner.

Als Vergleichsmassstab dient häufig eine Benchmark. Hat beispielsweise eine Branche in einem Index ein Gewicht von 10 Prozent, im Portfolio aber ein Gewicht von 15 Prozent, ist sie um 5 Prozentpunkte übergewichtet. Liegt ihr Anteil im Portfolio nur bei 5 Prozent, ist sie untergewichtet.

Über- und Untergewichtungen können sich auf einzelne Aktien, Branchen, Regionen, Währungen oder ganze Anlageklassen beziehen. Sie entstehen häufig im Rahmen einer aktiven Anlagestrategie, wenn das Portfoliomanagement bewusst von der Benchmark abweicht.

Eine Übergewichtung kann beispielsweise ausdrücken, dass für eine bestimmte Anlage überdurchschnittliche Renditechancen erwartet werden. Eine Untergewichtung kann dagegen auf eine vorsichtigere Einschätzung oder höhere erwartete Risiken hinweisen. Solche Entscheidungen können auf Bewertungen, Konjunkturerwartungen, Zinsen oder anderen Faktoren beruhen.

Auch bei der Asset Allocation sind Gewichtungen entscheidend. Während die strategische Asset Allocation die langfristige Aufteilung des Portfolios festlegt, können taktische Abweichungen genutzt werden, um vorübergehend stärker oder schwächer auf bestimmte Märkte zu setzen.

Übergewichtungen erhöhen allerdings nicht nur mögliche Renditechancen. Entwickelt sich die bevorzugte Anlage schlechter als die Benchmark, belastet die Abweichung entsprechend die relative Performance. Dasselbe gilt umgekehrt für eine Untergewichtung.

Übergewichten bedeutet also, eine stärkere Meinung als der Markt zu haben. Praktischerweise muss der Markt diese Meinung nicht teilen.

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