Der Value-Effekt bezeichnet die Beobachtung, dass vergleichsweise günstig bewertete Aktien über bestimmte historische Zeiträume höhere Renditen erzielt haben als vergleichsweise hoch bewertete Aktien.
Zur Einordnung werden häufig Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder andere Verhältnisse zwischen dem Aktienkurs und fundamentalen Unternehmenskennzahlen verwendet. Aktien mit entsprechenden Bewertungsmerkmalen werden häufig als Value-Aktien bezeichnet.
Der Value-Effekt wird in der Finanzforschung als mögliche Faktorprämie beziehungsweise Marktanomalie untersucht. Für seine Entstehung gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Eine Erklärung ist, dass günstig bewertete Unternehmen mit zusätzlichen Risiken verbunden sein können und Anleger dafür eine höhere erwartete Rendite verlangen. Andere Ansätze führen den Effekt teilweise auf das Verhalten und die Erwartungen der Marktteilnehmer zurück.
Der Value-Effekt ist nicht mit Value Investing gleichzusetzen. Value Investing umfasst typischerweise eine Fundamentalanalyse von Unternehmen und die Beurteilung, ob deren Marktpreis im Verhältnis zum geschätzten fundamentalen Wert attraktiv erscheint. Eine systematische Value-Strategie kann dagegen Aktien anhand festgelegter Bewertungsmerkmale auswählen oder gewichten.
Auch der Value-Effekt ist nicht in jeder Marktphase zu beobachten. Value-Aktien können über längere Zeit schlechter abschneiden als der breite Markt. Eine niedrige Bewertung allein bedeutet deshalb weder, dass eine Aktie unterbewertet ist, noch dass sie künftig eine höhere Rendite erzielen wird.
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