Ausfallrisiko (Kreditrisiko)

Das Ausfallrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Schuldnerin oder ein Schuldner finanzielle Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Dazu gehören beispielsweise die Zahlung vereinbarter Zinsen oder die Rückzahlung eines Kredits oder einer Anleihe.

Wie hoch das Ausfallrisiko eingeschätzt wird, hängt wesentlich von der finanziellen Situation und der Bonität der Schuldnerin oder des Schuldners ab. Bei Unternehmen spielen beispielsweise Verschuldung, Ertragskraft, Liquidität und wirtschaftliche Aussichten eine Rolle.

Bei Anleihen wird das Ausfallrisiko häufig mithilfe eines Ratings beurteilt. Emittentinnen und Emittenten mit hoher Bonität erhalten in der Regel bessere Ratings als solche, bei denen ein erhöhtes Ausfallrisiko angenommen wird.

Ein höheres Ausfallrisiko geht üblicherweise mit einer höheren erwarteten Rendite beziehungsweise einer höheren Risikoprämie einher. Anlegerinnen und Anleger verlangen damit eine zusätzliche Entschädigung für das Risiko, dass Zins- oder Rückzahlungen ausfallen können.

Kommt es tatsächlich zu einem Ausfall, muss dies nicht zwingend den vollständigen Verlust des investierten Kapitals bedeuten. Je nach Finanzinstrument, Rang und vorhandenen Sicherheiten kann ein Teil der Forderung zurückbezahlt werden. Die Höhe dieses Betrags wird als Recovery beziehungsweise Rückgewinnungsquote bezeichnet.

Das Ausfallrisiko lässt sich durch Diversifikation Ã¼ber verschiedene Schuldnerinnen und Schuldner reduzieren, aber nicht vollständig vermeiden.

Zurück zum Glossar