Black-Litterman Model

Das Black-Litterman-Modell ist ein Verfahren zur Portfoliooptimierung, das die impliziten Gleichgewichtsrenditen des Marktes mit den individuellen Renditeerwartungen einer Anlegerin oder eines Anlegers kombiniert. Es wurde 1990 von Fischer Black und Robert Litterman bei Goldman Sachs entwickelt.

Ausgangspunkt des Modells sind die Gleichgewichtsrenditen: jene erwarteten Renditen, die sich aus der aktuellen Marktkapitalisierung der einzelnen Anlageklassen ableiten lassen und dem Marktkonsens entsprechen. Werden keine zusätzlichen Einschätzungen eingebracht, entspricht das resultierende Portfolio der Marktgewichtung im Rahmen der Asset Allocation. Bringt eine Anlegerin oder ein Anleger eine eigene Markteinschätzung ein, etwa zur erwarteten Entwicklung einer bestimmten Anlageklasse, wird diese zusammen mit einem Vertrauensgrad (der Sicherheit, mit der die Einschätzung vertreten wird) in das Modell integriert. Aus der Verrechnung von Marktgleichgewicht und individueller Einschätzung ergibt sich eine angepasste Renditeschätzung, auf deren Basis die Portfoliogewichtung berechnet wird.

Das Modell wurde als Alternative zum Mean-Varianz-Portfolio nach Markowitz entwickelt, bei dem bereits kleine Ă„nderungen der erwarteten Renditen zu stark konzentrierten und wenig plausiblen Portfolios fĂĽhren können. Durch die Verankerung am Marktgleichgewicht wirkt das Black-Litterman-Modell dieser Instabilität entgegen und baut auf den Grundprinzipien der Modern Portfolio Theory (MPT) auf.

Anwendung: Institutionelle Anleger und Vermögensverwalter, die Abweichungen von der Marktgewichtung nachvollziehbar begrĂĽnden mĂĽssen – ein Prinzip, das sich auch bei Descartes' strategischer Asset Allocation wiederfindet.

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