Cape-KGV

Das CAPE-KGV ist eine Bewertungskennzahl für Aktienmärkte. CAPE steht für «Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio» und bezeichnet ein konjunkturbereinigtes Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Im Unterschied zum klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) verwendet das CAPE nicht nur die Gewinne eines einzelnen Jahres. Stattdessen werden die inflationsbereinigten Unternehmensgewinne der vergangenen zehn Jahre betrachtet und geglättet. Dadurch sollen aussergewöhnlich hohe oder tiefe Gewinne einzelner Konjunkturphasen weniger stark ins Gewicht fallen.

Ein hohes CAPE deutet darauf hin, dass Aktien im Verhältnis zu ihren langfristigen Gewinnen hoch bewertet sind. Ein tiefes CAPE spricht entsprechend für eine niedrigere Bewertung. Besonders bekannt ist die Kennzahl für die Beurteilung des US-Aktienmarkts.

Das CAPE-KGV wird häufig mit dem Ökonomen Robert Shiller in Verbindung gebracht und deshalb auch als Shiller-KGV bezeichnet. Seine Wurzeln reichen allerdings weiter zurück: Bereits Benjamin Graham und David Dodd verwendeten langfristige Durchschnittsgewinne, um kurzfristige Gewinnschwankungen bei der Unternehmensbewertung zu glätten.

FĂĽr langfristige Bewertungen kann das CAPE hilfreichen Kontext liefern. Als Instrument fĂĽr Market Timing ist es jedoch nur begrenzt geeignet. Ein hoch bewerteter Markt kann noch jahrelang weiter steigen, während ein tief bewerteter Markt nicht automatisch unmittelbar vor einer Erholung steht.

Auch Veränderungen bei Rechnungslegung, Zinsniveau, Branchenstruktur und Profitabilität können historische CAPE-Vergleiche beeinflussen. Die Kennzahl sollte deshalb nie isoliert betrachtet werden.

Das CAPE kann zeigen, ob ein Markt historisch teuer aussieht. Wann er deshalb günstiger wird, verrät es leider nicht.

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