Ein Freizügigkeitskonto dient dazu, Vorsorgeguthaben aus der beruflichen Vorsorge (2. Säule/BVG) aufzubewahren, wenn Sie vorübergehend keiner Pensionskasse angeschlossen sind. Das ist beispielsweise bei einem Stellenwechsel mit Unterbruch, Arbeitslosigkeit, einer längeren Auszeit oder beim Schritt in die Selbstständigkeit der Fall.
Wann brauche ich ein Freizügigkeitskonto?
Wenn Sie eine Pensionskasse verlassen und nicht direkt in eine neue eintreten, wird Ihre sogenannte Freizügigkeitsleistung an eine Freizügigkeitseinrichtung übertragen.
Typische Situationen sind:
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Arbeitslosigkeit
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längere berufliche Auszeit
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Vollzeitausbildung oder Weiterbildung
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Elternzeit
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Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
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Stellenwechsel mit einem Unterbruch zwischen den Arbeitsverhältnissen
Sobald Sie wieder einer Pensionskasse angeschlossen sind, wird das Freizügigkeitsguthaben grundsätzlich an die neue Pensionskasse übertragen.
Freizügigkeitskonto oder Freizügigkeitsdepot?
Diese Begriffe werden häufig synonym verwendet, bezeichnen aber nicht ganz dasselbe.
Auf einem Freizügigkeitskonto bleibt das Vorsorgeguthaben als Kontoguthaben liegen und wird verzinst.
Bei einem Freizügigkeitsdepot wird das Vorsorgeguthaben dagegen in Wertschriften, beispielsweise in Aktien und Obligationen, investiert. Dadurch entstehen Kursschwankungen und Verlustrisiken, aber auch die Chance auf höhere Renditen.
Welche Variante besser passt, hängt insbesondere von Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikofähigkeit ab. Wer das Geld schon bald wieder in eine Pensionskasse übertragen muss, hat eine andere Ausgangslage als jemand, dessen Freizügigkeitsvermögen voraussichtlich mehrere Jahre liegen bleibt.
Kann ich mein Freizügigkeitsguthaben investieren?
Ja. Statt das Guthaben auf einem klassischen Freizügigkeitskonto zu halten, kann es über eine entsprechende Freizügigkeitslösung in Wertschriften investiert werden.
Beim Vergleich solcher Lösungen sollten nicht nur die Gebühren berücksichtigt werden. Relevant sind insbesondere:
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Performance nach Kosten
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Risiko
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Gesamtkosten
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Flexibilität
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Eigentümerstruktur und Unabhängigkeit des Anbieters
Bei einem längeren Anlagehorizont kann eine Wertschriftenlösung interessant sein. Eine höhere Aktienquote bedeutet jedoch auch grössere mögliche Wertschwankungen.
Darf ich zwei Freizügigkeitskonten haben?
Ja. Beim Austritt aus einer Pensionskasse kann die Freizügigkeitsleistung auf zwei verschiedene Freizügigkeitseinrichtungen aufgeteilt werden.
Das kann insbesondere für die spätere Steuerplanung interessant sein, weil die Guthaben zu unterschiedlichen Zeitpunkten bezogen werden können.
Wichtig ist allerdings das Timing: Wurde die gesamte Freizügigkeitsleistung bereits auf eine einzige Freizügigkeitseinrichtung übertragen, kann dieses Guthaben grundsätzlich nicht nachträglich auf zwei Einrichtungen aufgeteilt werden.
Mehr dazu: Warum zwei Freizügigkeitskonten sinnvoll sein können
Wann kann ein Freizügigkeitskonto bezogen werden?
Freizügigkeitsguthaben sind grundsätzlich für die Altersvorsorge bestimmt. Ein vorzeitiger Bezug ist nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen möglich, beispielsweise für selbstgenutztes Wohneigentum, bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder unter bestimmten Voraussetzungen beim definitiven Wegzug ins Ausland.
Auch deshalb sollte ein Freizügigkeitskonto nicht wie ein gewöhnliches Sparkonto betrachtet werden. Es handelt sich um gebundenes Vorsorgevermögen aus der 2. Säule.
Welches ist das beste Freizügigkeitskonto?
Eine pauschal beste Lösung gibt es nicht. Wer das Vorsorgeguthaben nur kurzfristig parkieren möchte und keine Wertschwankungen eingehen will, hat andere Anforderungen als jemand, der sein Freizügigkeitsvermögen über mehrere Jahre investieren möchte.
Bei klassischen Freizügigkeitskonten sind insbesondere die Verzinsung, die Gebühren und die Flexibilität relevant. Bei Freizügigkeitsdepots spielen zusätzlich die Performance nach Kosten, die Aktienquote, das Risiko, die Diversifikation und die Anlagestrategie eine Rolle.
Freizügigkeitskonto Vergleich: Anbieter und Depots im Vergleich
Freizügigkeit bei Descartes
Bei Descartes kann Freizügigkeitsvermögen statt auf einem klassischen Konto in unterschiedliche Anlagestrategien investiert werden. Descartes setzt dabei unter anderem auf institutionelle Anlagefonds und bietet verschiedene Anlagemodelle an.
Freizügigkeitslösung von Descartes