Sunk Cost Fallacy

Die Sunk Cost Fallacy beschreibt die Tendenz, bereits entstandene und nicht mehr rückholbare Kosten in eine heutige Entscheidung einzubeziehen. Rational betrachtet sollten jedoch nur die zukünftigen Chancen, Kosten und Risiken entscheidend sein.

Beim Investieren zeigt sich dieser Denkfehler beispielsweise, wenn Anlegerinnen und Anleger an einer Aktie festhalten, nur weil sie bereits viel Geld damit verloren haben. Der ursprüngliche Kaufpreis wird dabei zum psychologischen Anker. Für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens ist allerdings ziemlich unerheblich, zu welchem Kurs jemand die Aktie gekauft hat.

Angenommen, eine Aktie wurde für 100 Franken gekauft und steht inzwischen bei 60 Franken. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob sie irgendwann wieder 100 Franken erreicht. Entscheidend ist, ob die Aktie aus heutiger Sicht weiterhin eine attraktive Anlage ist. Würde man sie zum aktuellen Preis nicht mehr kaufen, gibt es zumindest einen guten Grund, das Festhalten kritisch zu hinterfragen.

Die Sunk Cost Fallacy gehört zur Behavioral Finance und kann mit anderen Verhaltensmustern zusammenwirken. Bei der Loss Aversion werden Verluste psychologisch stärker gewichtet als vergleichbare Gewinne. Auch Regret Avoidance kann dazu führen, dass Entscheidungen hinausgezögert werden, weil Anlegerinnen und Anleger einen späteren Fehler möglichst vermeiden möchten.

Hilfreich ist deshalb eine einfache gedankliche Frage. Würde ich diese Anlage heute zu diesem Preis nochmals kaufen? Die Antwort macht vergangene Verluste nicht rückgängig, kann aber helfen, sie von der nächsten Entscheidung zu trennen.

Vergangenes Geld ist bereits weg. Ihm aus Prinzip noch mehr hinterherzuschicken, macht es leider nicht weniger vergangen.

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