Ein Währungsregime beschreibt, nach welchen Regeln der Wechselkurs einer Währung gegenüber anderen Währungen bestimmt wird. Die beiden Grundformen sind feste Wechselkurse, bei denen eine Notenbank oder Regierung den Kurs gegenüber einer Ankerwährung festlegt und aktiv verteidigt, und flexible Wechselkurse, bei denen sich der Kurs frei durch Angebot und Nachfrage am Devisenmarkt bildet. Die meisten grossen Währungen wie der US-Dollar, der Euro, der Schweizer Franken und der japanische Yen folgen heute einem flexiblen Wechselkursregime.
Zwischen diesen beiden Polen existieren zahlreiche Zwischenformen, die je nach Grad der Kontrolle unterschiedlich stark in Richtung fest oder flexibel tendieren:
Currency Board: Die strengste Form eines festen Wechselkurses. Die heimische Geldmenge darf nur im Verhältnis zu den vorhandenen Devisenreserven ausgegeben werden, wodurch die Bindung an die Ankerwährung nahezu absolut ist.
Crawling Peg: Der Wechselkurs ist an eine andere Währung gebunden, wird aber in regelmässigen, kleinen Schritten angepasst, etwa um einen Inflationsunterschied zwischen zwei Ländern auszugleichen.
Crawling Band: Eine Variante des Crawling Peg, bei der sich die Währung innerhalb eines Bandes um den Leitkurs frei bewegen darf, dieses Band sich über die Zeit aber schrittweise verschiebt.
Managed Floating: Der Wechselkurs bildet sich grundsätzlich frei am Markt, die Notenbank behält sich aber gelegentliche Interventionen vor, um übermässige Schwankungen zu glätten.
Dirty Floating: Ähnlich wie Managed Floating, jedoch mit deutlich häufigeren und weniger transparenten Eingriffen der Notenbank, sodass der Wechselkurs faktisch stärker gesteuert wird, als offiziell kommuniziert.
Clean Floating: Das Gegenstück dazu – die Notenbank verzichtet vollständig auf Interventionen und überlässt die Kursbildung ausschliesslich dem Markt.
Die Wahl des Währungsregimes ist für ein Land ein zentraler wirtschaftspolitischer Entscheid mit weitreichenden Konsequenzen für Inflation, Handelsfähigkeit und geldpolitischen Handlungsspielraum. Dieses Spannungsfeld wird durch das Konzept der Impossible Trinity treffend beschrieben: Ein Land kann nicht gleichzeitig einen festen Wechselkurs, freien Kapitalverkehr und eine unabhängige Geldpolitik verfolgen, sondern muss sich für zwei dieser drei Ziele entscheiden. Wer verstehen möchte, unter welchen Bedingungen sich mehrere Länder überhaupt eine gemeinsame Währung teilen sollten, findet im Konzept des optimalen Währungsraums die entsprechende theoretische Grundlage.