Das Black-Scholes-Modell ist eines der bekanntesten Modelle zur Bewertung von Optionen. Es wurde Anfang der 1970er-Jahre von Fischer Black und Myron Scholes entwickelt und durch die Arbeiten von Robert C. Merton erweitert.
Das Modell berechnet einen theoretischen Preis für eine Option. Dafür berücksichtigt es insbesondere den aktuellen Kurs des Basiswerts, den Ausübungspreis, die verbleibende Laufzeit, den risikofreien Zinssatz und die erwartete Volatilität.
Die Idee dahinter ist wegweisend: Der Wert einer Option hängt nicht davon ab, ob jemand glaubt, dass eine Aktie morgen steigt oder fällt. Unter den Annahmen des Modells lässt sich ihr theoretischer Wert vielmehr aus beobachtbaren Marktgrössen und der erwarteten Schwankungsintensität ableiten.
Ganz ohne Kleingedrucktes kommt auch Black-Scholes nicht aus. Das Modell arbeitet mit vereinfachenden Annahmen, etwa kontinuierlichem Handel und einer konstanten Volatilität. Reale Finanzmärkte halten sich naturgemäss nicht immer an diese Vorgaben. Das Modell liefert deshalb keinen «richtigen» zukünftigen Marktpreis, sondern einen theoretischen Referenzwert.
Besonders wichtig ist Black-Scholes auch für das Verständnis der Greeks. Kennzahlen wie Delta, Gamma, Theta, Vega und Rho zeigen, wie empfindlich der Wert einer Option auf Veränderungen einzelner Einflussfaktoren reagiert.
Black-Scholes kann den Preis einer Option modellieren. Was der Markt daraus macht, steht in keiner Formel.