Finanzblogger in der Schweiz: Wie transparent sind Empfehlungen wirklich?
Finanzblogs und Finfluencer haben sich in der Schweiz zu einer wichtigen Informationsquelle entwickelt. Viele erklären komplexe Finanzthemen verständlich, teilen persönliche Erfahrungen und helfen ihrer Community, sich mit Sparen, Investieren und Vorsorge auseinanderzusetzen.
Das ist grundsätzlich positiv.
Gleichzeitig verdienen viele Finanzblogger mit ihren Inhalten Geld. Eine verbreitete Form sind Affiliate-Partnerschaften: Schliesst eine Leserin oder ein Leser über einen entsprechenden Link ein Produkt ab, erhält der Blog eine Vergütung.
Daran ist grundsätzlich nichts problematisch. Interessant wird es dort, wo wirtschaftliche Interessen und redaktionelle Empfehlungen zusammentreffen.
Denn Leserinnen und Leser können von aussen nicht immer beurteilen, ob ein Anbieter aufgrund seiner Qualität empfohlen wird, aufgrund einer bestehenden Partnerschaft oder aus beiden Gründen.
Deshalb lohnt es sich, bei Finanzblogs nicht nur auf die Empfehlung selbst zu achten, sondern auch darauf, wie transparent Auswahlkriterien, Kooperationen und mögliche Interessenkonflikte offengelegt werden.
Dieser Blog ist bewusst auch ein persönlicher Erfahrungsbericht. Die Einschätzungen zu einzelnen Plattformen beruhen auf meinen Beobachtungen und Erfahrungen und sind keine allgemeingültige Bewertung ihrer Arbeit.
Kurz zusammengefasst
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Finanzblogs können einen wertvollen Beitrag zur finanziellen Bildung leisten.
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Affiliate-Links und bezahlte Kooperationen sind legitime Geschäftsmodelle.
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Entscheidend ist, dass mögliche wirtschaftliche Interessen transparent offengelegt werden.
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Gute Vergleiche erklären ihre Auswahlkriterien und berücksichtigen relevante Alternativen.
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Eine Affiliate-Beziehung bedeutet nicht automatisch, dass eine Empfehlung beeinflusst ist.
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Umgekehrt bedeutet eine Kennzeichnung als «unabhängig» nicht automatisch, dass ein Vergleich vollständig oder objektiv ist.
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Descartes arbeitet selbst mit mehreren der in diesem Blog positiv erwähnten Plattformen zusammen. Diese Beziehungen legen wir ausdrücklich offen.
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Bei einzelnen anderen Blogs habe ich persönlich den Eindruck gewonnen, dass Affiliate-Partnerschaften bei der Produktauswahl eine grössere Rolle spielen könnten. Das ist meine Einschätzung und kein Nachweis einer bewussten Beeinflussung.
Was macht einen guten Finanzblog aus?
Gute Finanzblogs müssen nicht frei von kommerziellen Interessen sein.
Entscheidend ist vielmehr, wie sie damit umgehen.
Aus meiner Sicht zeichnen sich besonders hilfreiche Finanzblogs durch vier Merkmale aus.
1. Persönliche Erfahrungen werden als solche erkennbar
Persönliche Erfahrungen sind eine der grossen Stärken von Finanzblogs.
Statt nur theoretisches Wissen wiederzugeben, können Bloggerinnen und Blogger zeigen, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung im Alltag tatsächlich funktioniert.
Ob Sparplan, Hypothek oder Säule 3a: Solche Erfahrungsberichte können Informationen liefern, die sich auf einer Produktseite kaum finden lassen.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen persönlicher Erfahrung und allgemeingültiger Aussage.
Was für eine Person gut funktioniert, muss nicht automatisch für alle Anlegerinnen und Anleger die beste Lösung sein.
2. Vergleiche sind nachvollziehbar
Ein guter Vergleich erklärt, nach welchen Kriterien Produkte beurteilt werden.
Je nach Thema können beispielsweise relevant sein:
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Gebühren
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historische Performance
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Anlageuniversum
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Aktienquote
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Flexibilität
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Benutzerfreundlichkeit
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Beratungsangebot
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Nachhaltigkeit
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steuerliche Aspekte
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unabhängige Tests
Nicht jeder Vergleich muss sämtliche Anbieter des Marktes enthalten.
Leserinnen und Leser sollten aber verstehen können, weshalb bestimmte Anbieter berücksichtigt wurden und andere nicht.
3. Kooperationen werden transparent offengelegt
Viele Finanzblogs finanzieren sich über Werbung, Sponsoring oder Affiliate-Links.
Dabei erhält die Plattform beispielsweise eine Vergütung, wenn eine Leserin oder ein Leser über einen Link ein Konto eröffnet oder ein Produkt abschliesst.
Ein solches Geschäftsmodell ist grundsätzlich legitim.
Problematisch wird es erst, wenn Leserinnen und Leser eine kommerzielle Beziehung nicht erkennen können oder der Eindruck einer vollständig unabhängigen Produktauswahl entsteht, obwohl wirtschaftliche Beziehungen bestehen.
Transparenz schafft hier Klarheit.
4. Auch Alternativen werden berücksichtigt
Kein Anbieter ist für jede Person die beste Wahl.
Deshalb finde ich Vergleiche besonders hilfreich, wenn sie unterschiedliche Optionen nennen und deren Vor- und Nachteile nachvollziehbar erklären.
Das gilt auch dann, wenn mit einem bestimmten Anbieter keine kommerzielle Partnerschaft besteht.
«Wer Finanzbildung ernst nimmt, sollte transparent machen, wie Empfehlungen zustande kommen.»
Rino Borini, VR Descartes
Mit diesen Schweizer Finanzbloggern haben wir gute Erfahrungen gesammelt
Descartes steht selbst mit verschiedenen Finanzblogs und Plattformen in Kontakt und arbeitet teilweise mit ihnen zusammen.
Diese Tatsache ist für die Einordnung der folgenden Einschätzung wichtig.
Die hier genannten Plattformen sind also nicht aus einer vollständig distanzierten Beobachterperspektive ausgewählt. Vielmehr handelt es sich um Anbieter, mit denen wir in der Vergangenheit gute persönliche Erfahrungen gemacht haben.
Alphabetisch geordnet sind dies:
Digitalmedia.ch
Digitalmedia.ch profitiert aus meiner Sicht von Patrick Hubers langjähriger Erfahrung im Banking und seiner detaillierten Auseinandersetzung mit Fintech und digitalen Finanzdienstleistungen.
Die Plattform analysiert Produkte ausführlich und legt grossen Wert auf praktische Aspekte, die für Nutzerinnen und Nutzer relevant sind.
Finanzdepot
Reto Stalder verbindet bei Finanzdepot Fachwissen als Finanzplaner mit persönlichen Erfahrungen rund um Geldanlage und Vorsorge.
Besonders hilfreich finde ich die ausführlichen Analysen und Vergleiche, bei denen nicht nur Produkteigenschaften, sondern auch deren praktische Anwendung thematisiert werden.
Miss Finance
Angela Mygind richtet sich mit Miss Finance insbesondere an Frauen, die ihre Finanzen selbstbestimmter organisieren und langfristig Vermögen aufbauen möchten.
Neben Finanzwissen spielen persönliche Erfahrungen und Female Empowerment eine wichtige Rolle.
Moneyadvisor
Moneyadvisor verbindet Finanzwissen mit datenbasierten Analysen und Produktvergleichen.
Komplexe Finanzthemen werden dabei verständlich aufbereitet und anhand konkreter Kriterien verglichen.
Schwiizerfranke
Eric Marschall behandelt bei Schwiizerfranke Finanzentscheidungen aus einer stark praxisorientierten Perspektive.
Positiv finde ich insbesondere die verständliche Sprache, den engen Austausch mit der Community und die Offenlegung von Affiliate-Beziehungen.
Smolio
Smolio vermittelt Finanz- und Vorsorgewissen und kombiniert dieses mit digitalen Werkzeugen wie dem Finanzcockpit.
Die Plattform verkauft keine eigenen Finanzprodukte und arbeitet mit verschiedenen Expertinnen und Experten zusammen.
Warum wir diese Beziehungen offenlegen
Descartes arbeitet mit mehreren der hier positiv erwähnten Plattformen zusammen.
Deshalb sollen Leserinnen und Leser diese Beziehung kennen, wenn sie unsere Einschätzung beurteilen.
Transparenz sollte schliesslich nicht nur von anderen verlangt werden.
Wo ich kritischer bin: The Poor Swiss und Mustachian Post
Bei zwei bekannten Schweizer Finanzblogs bin ich persönlich kritischer:
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The Poor Swiss
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Mustachian Post
Zunächst ist wichtig: Beide Plattformen enthalten zahlreiche ausführliche und hilfreiche Inhalte. Meine Kritik richtet sich nicht gegen die Blogs als Ganzes.
Sie betrifft vor allem die Frage, wie Produktempfehlungen und Affiliate-Partnerschaften zusammenspielen.
Bei der Beobachtung verschiedener Vergleiche ist bei mir der Eindruck entstanden, dass Anbieter mit Affiliate-Möglichkeiten besonders präsent sind.
Gleichzeitig habe ich aus meiner Sicht relevante Alternativen teilweise vermisst oder weniger stark berücksichtigt gesehen.
Das ist insbesondere bei Vergleichen interessant, bei denen Anbieter anhand von Kriterien wie Kosten, Performance oder Produkteigenschaften gegeneinander abgewogen werden.
Eine mögliche Erklärung dafür können unterschiedliche Auswahlkriterien oder persönliche Präferenzen der Autoren sein.
Eine andere mögliche Erklärung könnten wirtschaftliche Beziehungen zu einzelnen Anbietern sein.
Aus der blossen Beobachtung lässt sich jedoch nicht ableiten, weshalb ein bestimmter Anbieter aufgenommen, empfohlen oder nicht berücksichtigt wurde.
Genau deshalb halte ich Transparenz über Auswahlkriterien und kommerzielle Beziehungen für so wichtig.
Affiliate-Link bedeutet nicht automatisch Interessenkonflikt
An dieser Stelle ist eine wichtige Differenzierung notwendig.
Dass ein Blog mit einem empfohlenen Anbieter über ein Affiliate-Programm verbunden ist, bedeutet nicht automatisch, dass die Empfehlung gekauft oder inhaltlich beeinflusst ist.
Ein Blogger kann von einem Produkt überzeugt sein und gleichzeitig eine Affiliate-Vergütung erhalten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
«Verdient dieser Blog mit der Empfehlung Geld?»
Sondern:
«Kann ich nachvollziehen, wie die Empfehlung zustande gekommen ist?»
Dafür helfen beispielsweise folgende Informationen:
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Wird die Affiliate-Beziehung klar gekennzeichnet?
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Werden die Auswahlkriterien erklärt?
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Werden Vor- und Nachteile genannt?
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Werden relevante Alternativen berücksichtigt?
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Werden auch Anbieter ohne Affiliate-Programm erwähnt?
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Werden externe Daten oder Tests einbezogen?
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Wird erklärt, wenn ein Vergleich nur eine Auswahl des Marktes umfasst?
Je klarer diese Fragen beantwortet werden, desto besser können Leserinnen und Leser eine Empfehlung selbst einordnen.
Wie lassen sich Finanzblogs beurteilen?
Die Qualität eines Finanzblogs lässt sich nicht anhand eines einzigen Merkmals bestimmen.
Auch die Anzahl der Affiliate-Links sagt für sich allein wenig über die Qualität der Inhalte aus.
Hilfreicher ist eine Kombination verschiedener Kriterien.
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Merkmal |
Worauf Leserinnen und Leser achten können |
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Empfehlungen |
Werden Empfehlungen nachvollziehbar begründet? |
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Alternativen |
Werden relevante Alternativen erwähnt oder wird die Auswahl erklärt? |
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Affiliate-Kennzeichnung |
Sind kommerzielle Beziehungen klar erkennbar? |
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Auswahlkriterien |
Wird erklärt, nach welchen Kriterien Produkte verglichen werden? |
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Vor- und Nachteile |
Werden auch Schwächen empfohlener Produkte genannt? |
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Quellen |
Sind Daten und externe Aussagen nachvollziehbar belegt? |
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Aktualität |
Werden ältere Vergleiche regelmässig überprüft? |
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Interessenkonflikte |
Werden mögliche wirtschaftliche Beziehungen transparent gemacht? |
Kein Blog wird bei jedem Punkt perfekt abschneiden.
Die Tabelle soll deshalb keine Einteilung in «gute» und «schlechte» Finanzblogs ermöglichen, sondern Leserinnen und Lesern helfen, Inhalte selbst kritisch einzuordnen.
Warum Transparenz bei Finanzinhalten besonders wichtig ist
Affiliate-Modelle und bezahlte Kooperationen ermöglichen vielen Blogs überhaupt erst, hochwertige Inhalte kostenlos anzubieten.
Dagegen ist nichts einzuwenden.
Bei Finanzprodukten können Empfehlungen jedoch erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen haben.
Eine Entscheidung für eine Säule 3a, einen Broker oder eine Vermögensverwaltung kann eine Kundin oder einen Kunden über viele Jahre begleiten.
Deshalb sollte möglichst klar sein, ob neben der redaktionellen Einschätzung auch ein wirtschaftliches Interesse besteht.
Ein einfacher Hinweis auf Affiliate-Links ist ein guter Anfang.
Noch hilfreicher ist es, wenn ein Blog zusätzlich erklärt,
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wie Anbieter ausgewählt werden
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welche Kriterien für den Vergleich gelten
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ob kommerzielle Beziehungen bestehen
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ob der Vergleich den gesamten Markt oder nur eine Auswahl umfasst
Damit können Leserinnen und Leser selbst entscheiden, welches Gewicht sie einer Empfehlung geben möchten.
Auch Descartes hat wirtschaftliche Interessen
Wer über Interessenkonflikte anderer schreibt, sollte die eigenen nicht verschweigen.
Descartes ist selbst ein Finanzdienstleister.
Wir bieten Lösungen für die Säule 3a, die Freizügigkeit und das freie Investieren an.
Wenn ein Finanzblog diese Produkte vergleicht, haben wir selbstverständlich ein wirtschaftliches Interesse daran, berücksichtigt und möglichst positiv beurteilt zu werden.
Das bedeutet auch:
Unsere Einschätzung von Finanzblogs ist nicht frei von eigener Perspektive.
Gerade deshalb legen wir in diesem Blog offen, mit welchen der positiv erwähnten Plattformen wir zusammenarbeiten und wo unsere Kritik auf persönlichen Beobachtungen beruht.
Unsere grundsätzlichen Anforderungen an Unabhängigkeit und Transparenz haben wir auch in unseren Prinzipien festgehalten.
Fazit: Nicht Affiliate-Links sind das Problem, sondern fehlende Einordnung
Finanzbloggerinnen und Finanzblogger leisten in der Schweiz einen wichtigen Beitrag zur finanziellen Bildung.
Viele investieren erhebliche Zeit in Recherche, Produkttests, Berechnungen und verständliche Erklärungen.
Dass diese Arbeit finanziert werden muss, ist selbstverständlich.
Affiliate-Links oder Kooperationen machen einen Blog deshalb nicht automatisch weniger glaubwürdig.
Entscheidend ist Transparenz.
Leserinnen und Leser sollten erkennen können, welche wirtschaftlichen Beziehungen bestehen, nach welchen Kriterien Produkte ausgewählt werden und ob ein Vergleich relevante Alternativen berücksichtigt.
Auch The Poor Swiss und Mustachian Post können aus meiner Sicht wertvolle Informationen und Denkanstösse liefern. Bei einzelnen Produktempfehlungen und Vergleichen würde ich persönlich jedoch genauer darauf achten, welche Anbieter berücksichtigt werden, welche Affiliate-Beziehungen bestehen und wie die Auswahl begründet wird.
Das ist keine Behauptung, dass Empfehlungen bewusst aufgrund einer Vergütung erfolgen.
Es ist vielmehr ein Grundsatz, der für jeden Finanzblog gelten sollte, Descartes eingeschlossen:
Je näher redaktionelle Empfehlung und wirtschaftliches Interesse zusammenliegen, desto wichtiger wird Transparenz.
FAQ zu Finanzbloggern und Affiliate-Links
Sind Finanzblogger in der Schweiz unabhängig?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Finanzblogs haben unterschiedliche Geschäftsmodelle. Manche finanzieren sich über Affiliate-Links, Werbung, Kooperationen oder eigene Produkte. Entscheidend ist, ob wirtschaftliche Beziehungen transparent offengelegt werden und Empfehlungen nachvollziehbar begründet sind.
Sind Affiliate-Links bei Finanzblogs problematisch?
Nicht grundsätzlich. Affiliate-Links sind ein verbreitetes Finanzierungsmodell. Wichtig ist, dass Leserinnen und Leser erkennen können, wann eine Vergütung möglich ist und wie Produktempfehlungen zustande kommen.
Bedeutet eine Affiliate-Partnerschaft, dass eine Empfehlung gekauft ist?
Nein. Aus einer Affiliate-Beziehung allein lässt sich nicht ableiten, dass eine Empfehlung aufgrund der Vergütung erfolgt. Ein Blog kann ein Produkt unabhängig davon für überzeugend halten. Transparente Kennzeichnung und nachvollziehbare Auswahlkriterien helfen bei der Einordnung.
Woran erkenne ich einen guten Finanzvergleich?
Ein hilfreicher Vergleich erklärt seine Kriterien, nennt Vor- und Nachteile, legt mögliche kommerzielle Beziehungen offen und macht transparent, welche Anbieter berücksichtigt wurden. Externe Daten und unabhängige Tests können zusätzliche Orientierung bieten.
Warum nennt Descartes in diesem Blog konkrete Finanzblogger?
Der Blog basiert teilweise auf persönlichen Erfahrungen von Rino Borini und Descartes mit der Schweizer Finanzblogger-Szene. Positive wie kritische Einschätzungen werden deshalb als solche kenntlich gemacht. Descartes legt zudem offen, dass mit mehreren der positiv genannten Plattformen geschäftliche Beziehungen beziehungsweise Kooperationen bestehen.
Hat Descartes bei solchen Vergleichen selbst einen Interessenkonflikt?
Descartes bietet eigene Finanzdienstleistungen an und hat deshalb ein wirtschaftliches Interesse daran, in Produktvergleichen berücksichtigt zu werden. Diese Perspektive sollte bei der Einordnung der hier geäusserten Einschätzungen berücksichtigt werden.
Disclaimer: Dieser Blog enthält persönliche Einschätzungen und Erfahrungen des Autors und von Descartes mit Finanzblogs und Finanzinfluencern. Die dargestellten Beobachtungen beziehen sich auf öffentlich zugängliche Inhalte und Erfahrungen zum jeweiligen Zeitpunkt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aus dem Vorhandensein oder Fehlen von Affiliate-Links, Kooperationen oder einzelnen Anbietern in einem Vergleich lässt sich für sich allein keine bewusste Beeinflussung einer redaktionellen Empfehlung ableiten. Descartes arbeitet mit mehreren der im Blog positiv erwähnten Plattformen zusammen und hat als Anbieter eigener Finanzdienstleistungen ein wirtschaftliches Interesse an der Berichterstattung und an Produktvergleichen im Schweizer Finanzmarkt. Die Inhalte dienen ausschliesslich allgemeinen Informationszwecken und stellen keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung dar.