Geld in Pop- und Rock-Songs. Zehn Klassiker mit Finanzgefühl

Geld hat im Popgeschäft einen festen Platz. Auf dem Konto sowieso, im Refrain erst recht. Mal verspricht es Freiheit, mal verdirbt es den Charakter. Und gelegentlich muss es sich von vier Herren aus Liverpool erklären lassen, wo seine Grenzen liegen.

Unsere Auswahl führt von Börsensatire über Disco bis zum Berner Chanson. Die passende YouTube-Playlist liefert den Soundtrack. Wir liefern unsere Lesart.

Entdecken Sie unsere Youtube-Playlist

Kurz zusammengefasst

  • Songs über Geld erzählen von weit mehr als Reichtum. Es geht um Liebe, Anerkennung, Ungleichheit und Freiheit.

  • Ironie gehört dazu. Wer vom grossen Geld singt, muss es noch lange nicht verherrlichen.

  • Diese zehn Klassiker zeigen, wie unterschiedlich sich unser Verhältnis zum Geld vertonen lässt.

Zehn Songs über Geld und seine Nebenwirkungen

Frank Crumit · «A Tale of the Ticker»

Börsenkurse bewegen sich. Die Gefühle der Menschen gleich mit. Frank Crumit macht aus dem Spekulieren eine musikalische Satire über die Aussicht auf schnelle Gewinne und ihre Tücken. Bemerkenswert ist vor allem, wie vertraut das klingt. Die Technik hat sich verändert. Die Versuchung, über Nacht reich zu werden, deutlich weniger.

The Beatles · «Can’t Buy Me Love»

Geschenke lassen sich kaufen, Zuneigung lässt sich damit nicht garantieren. Die Beatles bringen diese Grenze der Kaufkraft auf einen ziemlich eingängigen Punkt. Ihr Klassiker aus dem Jahr 1964 passt damit auch ins Zeitalter von Premium-Abos und Expresslieferungen. Für manche Dinge gibt es weiterhin keinen Checkout.

Mani Matter · «Dene wos guet geit»

Mani Matter braucht keine grosse Bühne, um eine grosse Frage zu stellen. Wie hängen Wohlstand und Benachteiligung zusammen? Sein Lied macht wirtschaftliche Ungleichheit zum Gegenstand einer ebenso präzisen wie unbequemen Betrachtung. Weshalb diese Perspektive aktuell bleibt, zeigt auch das Porträt bei SWI swissinfo.ch. Berndeutsch kann eben auch Gesellschaftsanalyse.

Pink Floyd · «Money»

Schon das Intro klingt nach Geschäft. Dann wird aus dem Kassengeräusch ein Blick auf Gier, Besitz und die Widersprüche des Reichseins. «Money» erschien auf «The Dark Side of the Moon» und lässt sich als bissige Auseinandersetzung mit der Macht des Geldes hören. Teilen klingt oft besonders gut, solange es um das Vermögen der anderen geht.

Steve Miller Band · «Take the Money and Run»

Hier bekommt Geld Beine. Die Steve Miller Band erzählt eine Kriminalgeschichte über ein junges Paar auf der Flucht. Der Song verpackt sie in einen erstaunlich entspannten Sound. Wer eine andere musikalische Lesart entdecken möchte, findet auf der Website der Band eine spätere Live-Version. Als Lebensplan bleibt die Geschichte eher ungeeignet.

Daryl Hall & John Oates · «Rich Girl»

Ein wohlhabendes Elternhaus kann vieles erleichtern. Es nimmt einem aber nicht jede Entscheidung ab. «Rich Girl» lässt sich als Kritik an der Überzeugung hören, dass familiäres Geld sämtliche Konsequenzen auffängt. Finanzielle Rückendeckung ist angenehm. Als Ersatz für Eigenverantwortung hat sie ihre Schwächen.

Donna Summer · «She Works Hard for the Money»

Donna Summer richtet den Blick auf Menschen, die ihr Geld hart verdienen. Hinter dem tanzbaren Sound steht eine Forderung nach Respekt für Arbeit, die leicht übersehen wird. Das macht den Song so stark. Er bringt Wertschätzung auf die Tanzfläche, ohne dafür erst eine Präsentation mit zwölf Folien zu brauchen.

Madonna · «Material Girl»

Madonna macht materiellen Erfolg zur schillernden Poprolle. Luxus, Status und Erwartungen an Beziehungen treffen auf eine Inszenierung, die sich nicht auf eine simple Moral reduzieren lässt. Feier des Konsums oder Spiel mit seinen Klischees? Gerade diese Mehrdeutigkeit hält «Material Girl» interessant. Eine Figur im Song ist schliesslich noch keine persönliche Finanzphilosophie.

Pet Shop Boys · «Opportunities (Let’s Make Lots of Money)»

Eine grosse Geschäftsidee, viel Selbstvertrauen und die Aussicht auf Reichtum. Das klingt zunächst nach einem überzeugten Gründerduo. Die Pet Shop Boys beschreiben den schwarzen Humor des Songs allerdings selbst. Ob aus den ambitionierten Plänen je etwas wird, bleibt fraglich. Ein guter Pitch ist eben noch kein Geschäftsmodell.

Udo Lindenberg · «Club der Millionäre»

Udo Lindenberg spielt mit dem Wunsch, endlich zur vermögenden Gesellschaft zu gehören. In «Club der Millionäre» werden Reichtumsfantasien genüsslich ausgemalt. Gerade die Übertreibung macht den Reiz aus. Man hört zu und fragt sich, ob hier finanzielle Freiheit gesucht wird oder vor allem ein besonders exklusiver Gästelistenplatz.

Was nach dem letzten Refrain bleibt

Diese Songs liefern keine gemeinsame Lehre. Sie zeigen, wie viele Erwartungen wir an Geld knüpfen. Sicherheit, Liebe, Respekt, Einfluss oder das Gefühl, dazuzugehören.

Interessant wird es dort, wo wir unsere eigenen Wünsche wiedererkennen. Will ich mir etwas leisten, weil es mir Freude macht? Oder weil es bei anderen Eindruck hinterlässt? Unser Blog über Loud Budgeting greift diese Frage aus einer anderen Richtung auf. Bewusst mit Geld umzugehen darf schliesslich genauso selbstbewusst sein wie es auszugeben.

Häufige Fragen zu Songs über Geld

Geht es in diesen Songs immer um Reichtum?

Nein. Geld dient oft als Ausgangspunkt für andere Themen. Bei den Beatles geht es um die Grenzen materieller Geschenke, bei Donna Summer um Arbeit und Anerkennung, bei Mani Matter um wirtschaftliche Ungleichheit.

Verherrlichen Songs über Geld den Konsum?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Manche spielen mit Luxusfantasien, andere arbeiten mit Satire oder widersprüchlichen Figuren. Die erzählende Stimme eines Songs muss nicht die Haltung der Künstlerin oder des Künstlers wiedergeben.

Wo kann ich die Auswahl anhören?

Die verlinkte YouTube-Playlist gehört zu diesem Blog. Einzelne Videos können je nach Region, Rechteinhaber oder Zeitpunkt unterschiedlich verfügbar sein.

Disclaimer: Dieser Blog dient der Unterhaltung und allgemeinen Information. Die Einordnungen der Songs sind redaktionelle Interpretationen. Sie stellen keine Anlageempfehlung, Finanzberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Aktualität der Angaben. Für Inhalte und Verfügbarkeit verlinkter Angebote sind die jeweiligen Anbieter verantwortlich.