Mit der Säule 3a Steuern sparen: So funktioniert der Steuervorteil
Mit Einzahlungen in die Säule 3a können Sie für das Alter vorsorgen und gleichzeitig Steuern sparen. Der Grund ist einfach: Zulässige Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Dadurch sinkt die Grundlage, auf der Ihre Einkommenssteuer berechnet wird.
Wie gross die Steuerersparnis tatsächlich ausfällt, hängt jedoch von Ihrer persönlichen Situation ab. Einen allgemeingültigen Betrag gibt es nicht.
Kurz zusammengefasst
-
Einzahlungen in die Säule 3a können grundsätzlich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
-
2026 können Erwerbstätige mit Pensionskassenanschluss maximal 7'258 Franken ordentlich einzahlen.
-
Ohne Pensionskassenanschluss sind grundsätzlich bis zu 20 Prozent des Erwerbseinkommens möglich, höchstens 36'288 Franken.
-
Wie viel Steuern Sie tatsächlich sparen, hängt insbesondere von Einkommen, Wohnort, Zivilstand und weiteren Abzügen ab.
-
Seit 2026 können unter bestimmten Voraussetzungen auch Beitragslücken ab 2025 nachträglich geschlossen werden.
-
Beim Bezug des 3a-Vermögens fällt eine separate Steuer auf der Kapitalleistung an.
Warum spart die Säule 3a Steuern?
Die Säule 3a ist die steuerlich begünstigte Form der gebundenen privaten Vorsorge in der Schweiz.
Wer ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, kann Einzahlungen bis zum jeweils geltenden Höchstbetrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Das gilt für die direkte Bundessteuer sowie grundsätzlich für die Einkommenssteuern von Kantonen und Gemeinden.
Ein einfaches Beispiel zeigt die Mechanik. Beträgt Ihr steuerbares Einkommen vor dem 3a-Abzug 100'000 Franken und zahlen Sie 7'258 Franken in die Säule 3a ein, reduziert sich das steuerbare Einkommen vereinfacht betrachtet um diesen Betrag.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie 7'258 Franken Steuern sparen. Sie versteuern lediglich 7'258 Franken weniger Einkommen.
Wie gross die daraus entstehende Steuerersparnis ist, hängt von Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz und Ihrer gesamten steuerlichen Situation ab.
Mehr zu Funktionsweise, Einzahlung und Bezug finden Sie in unserem Blog zur Säule 3a in der Schweiz.
Wie viel kann man 2026 in die Säule 3a einzahlen?
Für 2026 gelten zwei unterschiedliche Obergrenzen.
|
Situation |
Maximaler ordentlicher Beitrag 2026 |
|---|---|
|
Mit Pensionskassenanschluss |
7'258 Franken |
|
Ohne Pensionskassenanschluss |
20 Prozent des Erwerbseinkommens, maximal 36'288 Franken |
Der Höchstbetrag ist eine Obergrenze, keine Einzahlungspflicht. Sie können auch weniger einzahlen.
Wer den maximal zulässigen Betrag einzahlt, kann grundsätzlich auch den maximal möglichen ordentlichen 3a-Abzug für seine Situation geltend machen. Ob es finanziell sinnvoll ist, den Maximalbetrag auszuschöpfen, hängt jedoch nicht nur von den Steuern ab. Auch Liquidität, Anlagehorizont und persönliche Finanzplanung spielen eine Rolle.
Die jeweils aktuellen Beträge und Regeln finden Sie in unserem laufend aktualisierten Blog zum Säule-3a-Maximalbetrag.
Wie viel Steuern spart man mit der Säule 3a?
Darauf gibt es keine schweizweit gültige Antwort.
Die tatsächliche Steuerersparnis hängt insbesondere ab von
-
dem steuerbaren Einkommen
-
dem Kanton und der Wohngemeinde
-
dem Zivilstand
-
der Konfession, sofern Kirchensteuern relevant sind
-
weiteren Einkünften und Abzügen
-
der Höhe der Einzahlung
Entscheidend ist dabei insbesondere der Grenzsteuersatz. Er zeigt vereinfacht gesagt, wie stark ein zusätzlicher Franken steuerbares Einkommen besteuert wird beziehungsweise wie stark sich ein zusätzlicher Abzug auswirkt.
Je höher der Grenzsteuersatz, desto grösser kann deshalb die unmittelbare Steuerwirkung einer 3a-Einzahlung sein.
Wer die Steuerbelastung für die eigene Situation genauer berechnen möchte, kann dafür den offiziellen Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV verwenden. Damit lassen sich unter anderem Wohnort, Zivilstand, Einkommen und weitere persönliche Angaben berücksichtigen.
Rechenbeispiel zur Steuerersparnis
Nehmen wir eine Person, die 2026 den Maximalbetrag von 7'258 Franken in die Säule 3a einzahlt.
Beträgt der für diese Einkommensspanne relevante Grenzsteuersatz vereinfacht 25 Prozent, ergibt sich folgende rechnerische Steuerwirkung:
7'258 Franken × 25 Prozent = rund 1'815 Franken
Die Einzahlung von 7'258 Franken würde in diesem vereinfachten Beispiel die Einkommenssteuer somit um rund 1'815 Franken reduzieren.
Das ist bewusst nur ein Rechenbeispiel. In der Praxis lässt sich der persönliche Steuervorteil nicht allein aus dem Einkommen ableiten. Zwei Personen mit demselben Einkommen können aufgrund von Wohnort, Zivilstand und weiteren Abzügen unterschiedlich viel Steuern sparen.
Die entscheidende Zahl ist deshalb nicht die durchschnittliche Steuerersparnis anderer Personen, sondern Ihre eigene.
Spart man mit einer höheren Einzahlung immer mehr Steuern?
Innerhalb des steuerlich zulässigen Rahmens führt ein höherer abzugsfähiger Betrag grundsätzlich zu einem tieferen steuerbaren Einkommen.
Die zusätzliche Steuerersparnis steigt aber nicht zwingend proportional zur Einzahlung. Das Schweizer Steuersystem ist progressiv ausgestaltet. Durch einen zusätzlichen Abzug kann ein Teil des Einkommens in einen tieferen Bereich des Steuertarifs fallen.
10 Prozent mehr Einzahlung bedeuten deshalb nicht automatisch 10 Prozent mehr Steuerersparnis.
Und noch wichtiger: Nur wegen eines Steuerabzugs sollte niemand Geld einzahlen, das kurzfristig benötigt wird. Das Vermögen in der Säule 3a ist gebunden und kann grundsätzlich nicht jederzeit frei bezogen werden.
Steuern sparen ist angenehm. Liquidität bleibt trotzdem Liquidität.
Kann man verpasste 3a-Einzahlungen nachholen?
Seit 2026 ist das unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
Wer ab 2025 keinen oder nicht den maximal zulässigen Beitrag in die Säule 3a eingezahlt hat, kann entsprechende Beitragslücken grundsätzlich während bis zu zehn nachfolgenden Jahren schliessen.
Dabei gelten mehrere Bedingungen. Insbesondere muss für das Jahr, in dem der Einkauf vorgenommen wird, zunächst der ordentliche Maximalbeitrag vollständig geleistet worden sein. Zudem gelten für nachträgliche Einkäufe eigene Höchstgrenzen und weitere Voraussetzungen.
Ein solcher Einkauf kann ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden.
Damit entsteht eine zusätzliche Möglichkeit zur Vorsorge und Steuerplanung. Sie ist aber kein Freipass, beliebige frühere 3a-Lücken nachzuzahlen. Lücken vor 2025 können nicht nachträglich geschlossen werden.
Was passiert steuerlich während der Laufzeit?
Die steuerliche Begünstigung der Säule 3a beschränkt sich nicht auf den Abzug bei der Einzahlung.
Das in der Säule 3a gebundene Vermögen wird während der Ansparphase grundsätzlich nicht als steuerbares Vermögen erfasst. Auch Erträge innerhalb der Säule 3a werden nicht laufend als Einkommen besteuert.
Wer sein 3a-Guthaben langfristig in Wertschriften investiert, kann dadurch Kapital innerhalb dieses steuerlich privilegierten Vorsorgegefässes aufbauen. Anlagen in Wertschriften sind allerdings mit Kursschwankungen und Verlustrisiken verbunden. Eine höhere erwartete Rendite gibt es nicht gratis.
Muss man beim Bezug der Säule 3a Steuern bezahlen?
Ja. Bei der Auszahlung wird das Kapital aus der Säule 3a besteuert. Die Kapitalleistung wird dabei getrennt vom übrigen Einkommen besteuert. Die konkrete Belastung hängt unter anderem vom Wohnort, vom ausgezahlten Betrag und von den im gleichen Steuerjahr bezogenen weiteren Vorsorgeleistungen ab.
Deshalb kann es je nach persönlicher Situation sinnvoll sein, das Vorsorgevermögen frühzeitig auf mehrere 3a-Gefässe zu verteilen und die Bezüge über verschiedene Steuerperioden zu planen.
Eine pauschale Aussage, wonach die während der Einzahlung erzielten Steuerersparnisse in jedem Fall höher sind als die spätere Steuer beim Bezug, wäre jedoch zu einfach. Die tatsächliche Gesamtwirkung hängt von den Einzahlungen, den jeweiligen Steuersätzen, der Anlagedauer, der Wertentwicklung und der Besteuerung beim Bezug ab.
Ist die Säule 3a nur wegen der Steuerersparnis sinnvoll?
Nein. Die Steuerersparnis ist ein wichtiger Vorteil, aber nicht der eigentliche Zweck der Säule 3a.
Im Zentrum steht die private Altersvorsorge. Wer einen langen Anlagehorizont hat, kann sein 3a-Vermögen zudem in Wertschriften investieren und damit an den Renditechancen der Kapitalmärkte teilnehmen. Welche Anlagestrategie geeignet ist, hängt von Risikofähigkeit, Risikobereitschaft und Anlagehorizont ab.
Die Steuerersparnis ist also ein ziemlich angenehmer Nebeneffekt einer vernünftigen Vorsorgeplanung.
Oder anders gesagt: Steuern sparen ist schön. Für später Geld zu haben, ist noch schöner.
Disclaimer: Dieser Blog dient ausschliesslich Informationszwecken und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die steuerliche Behandlung der Säule 3a hängt unter anderem von der persönlichen Situation und dem Wohnkanton ab. Gesetzliche und steuerliche Bestimmungen sowie Maximalbeträge können sich ändern. Anlagen in Wertschriften sind mit Risiken verbunden. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.