AHV 21 und Freizügigkeit. Wie lange darf Ihr Guthaben bleiben?
Das Freizügigkeitsguthaben nach der Pensionierung einfach liegen lassen? Das war lange auch ohne Erwerbstätigkeit möglich. Mit AHV 21 wurde dieser Spielraum eingeschränkt. Allerdings gilt bis Ende 2029 eine Übergangsregelung. Wer seine Bezüge plant, sollte deshalb nicht nur den Kontostand kennen, sondern auch den Kalender.
Kurz zusammengefasst
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Seit dem 1. Januar 2024 setzt ein Aufschub über das Referenzalter hinaus grundsätzlich eine weitere Erwerbstätigkeit voraus.
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Ohne Erwerbstätigkeit erlaubt die Übergangsregel einen Aufschub bis spätestens 31. Dezember 2029. Die Grenze von fünf Jahren nach dem persönlichen Referenzalter bleibt bestehen.
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Wer nach dem Referenzalter weiterarbeitet und dies nachweist, kann den Bezug um höchstens fünf Jahre aufschieben.
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Die Regeln gelten auch für ältere Freizügigkeitskonten. Ein gestaffelter Bezug mehrerer rechtmässig bestehender Guthaben bleibt innerhalb der zulässigen Fristen möglich.
Was sich mit AHV 21 geändert hat
Ein Freizügigkeitsguthaben bewahrt Vorsorgegelder aus der zweiten Säule, wenn diese nicht in einer Pensionskasse liegen. Für den altersbedingten Bezug gilt seit 2024 der geänderte Artikel 16 Absatz 1 der Freizügigkeitsverordnung. Grundsätzlich werden die Leistungen beim Erreichen des Referenzalters fällig. Ein späterer Bezug setzt voraus, dass Sie weiterhin erwerbstätig sind und dies der Freizügigkeitseinrichtung nachweisen.
Massgeblich ist Ihr persönliches Referenzalter. Bei Männern beträgt es 65 Jahre. Bei Frauen wird es für die Jahrgänge 1961 bis 1963 schrittweise erhöht, ab Jahrgang 1964 beträgt es ebenfalls 65 Jahre. Deshalb bedeutet «fünf Jahre später» für die Übergangsjahrgänge nicht automatisch «mit 70».
Bis Ende 2029 bleibt ein Zeitfenster offen
Wer in den Jahren 2024 bis 2029 wegen des erreichten oder überschrittenen Referenzalters beziehen müsste und nicht mehr arbeitet, kann die Übergangsregel nutzen. Dabei gelten zwei Grenzen gleichzeitig. Der Bezug muss spätestens fünf Jahre nach dem persönlichen Referenzalter und spätestens am 31. Dezember 2029 erfolgen. Entscheidend ist der frühere Termin.
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Situation |
Spätester Bezug |
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Keine Erwerbstätigkeit, Übergangsregel anwendbar |
Fünf Jahre nach dem persönlichen Referenzalter oder 31. Dezember 2029, je nachdem, was früher eintritt |
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Referenzalter wird ab 2030 erreicht, keine weitere Erwerbstätigkeit |
Beim Erreichen des Referenzalters |
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Nachgewiesene Erwerbstätigkeit nach dem Referenzalter |
Aufschub während der weiteren Erwerbstätigkeit, höchstens fünf Jahre nach dem persönlichen Referenzalter |
Ein Beispiel macht es greifbar. Ein Mann wird im November 2026 65 Jahre alt und arbeitet nicht mehr. Er kann sein Guthaben bis Ende 2029 stehen lassen. Bis zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2031 reicht die Übergangsregel nicht.
Die rechtlichen Grundlagen und weitere Beispiele finden Sie in den Erläuterungen des Bundesamts für Sozialversicherungen zu AHV 21, insbesondere auf den Seiten zur Freizügigkeit und den Fragen und Antworten.
Gestaffelt beziehen bleibt eine Planungsfrage
AHV 21 verbietet gestaffelte Bezüge nicht pauschal. Entscheidend ist, welche Guthaben rechtmässig bestehen und wann sie bezogen werden dürfen oder müssen. Ein einzelnes Freizügigkeitskonto lässt sich beim ordentlichen Altersbezug grundsätzlich nicht in beliebig viele Teilzahlungen zerlegen.
Bestehen zwei getrennte Guthaben, können unterschiedliche Bezugsjahre innerhalb der gesetzlichen Fristen infrage kommen. Wie eine Aufteilung beim Austritt aus der Pensionskasse funktioniert, erklärt unser Blog zum Splitting von Freizügigkeitsguthaben.
Stimmen Sie die Termine mit weiteren Kapitalbezügen aus Pensionskasse und Säule 3a ab. Ob eine Staffelung steuerlich vorteilhaft ist, hängt von Ihrer Situation und den geltenden Steuerregeln ab. Lassen Sie die konkreten Bezugsdaten und Folgen frühzeitig prüfen. Eine Frist ist schliesslich kein Anlagehorizont mit Verlängerungsoption.
Häufige Fragen zur Freizügigkeit nach AHV 21
Gilt die Änderung auch für ein Konto, das vor 2024 eröffnet wurde?
Ja. Das Eröffnungsdatum schafft keine Ausnahme. Auch für bestehende Konten gelten die neuen Regeln und die Übergangsbestimmung.
Reicht es, die AHV-Rente aufzuschieben?
Nein. Der Aufschub der AHV-Rente ersetzt den Nachweis einer weiteren Erwerbstätigkeit für die Freizügigkeit nicht. Es handelt sich um unterschiedliche Leistungen.
Welche Unterlagen muss ich einreichen, wenn ich weiterarbeite?
Klären Sie dies mit Ihrer Freizügigkeitseinrichtung. Als Nachweise kommen beispielsweise ein Lohnausweis, ein Arbeitsvertrag oder eine Arbeitgeberbestätigung infrage. Bei Selbstständigerwerbenden können Geschäftsunterlagen verlangt werden.
Disclaimer: Dieser Blog dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Vorsorge-, Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Massgeblich sind die geltenden gesetzlichen Bestimmungen, die Bedingungen der zuständigen Einrichtung und Ihre persönliche Situation. Klären Sie Bezugsfristen und steuerliche Folgen vor einer Entscheidung mit Ihrer Freizügigkeitseinrichtung und einer qualifizierten Fachperson oder der zuständigen Steuerbehörde. Trotz sorgfältiger Recherche übernimmt Descartes keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Die Haftung wird im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen.