Nachlassregelung: Die 5 wichtigsten Tipps
Die Regelung des Nachlasses ist ein heikles, aber wichtiges Thema. Wollen Sie Streitigkeiten vermeiden und sicherstellen, dass Ihr Wille umgesetzt wird? Hier sind die fünf wichtigsten Tipps, um Ihren Nachlass richtig zu regeln:
1. Frühzeitig ein Testament oder einen Erbvertrag aufsetzen
Ein Testament oder ein Erbvertrag gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Vermögen nach Ihren Wünschen zu verteilen. Je früher Sie sich mit diesem Thema befassen, desto besser können Sie sicherstellen, dass Ihre Entscheidungen klar festgehalten werden. Ohne Testament gilt die gesetzliche Erbfolge, die nicht immer Ihren Vorstellungen entsprechen muss. Regelmässige Aktualisierungen sind ebenfalls wichtig, vor allem bei wichtigen Lebensereignissen wie Heirat, Scheidung oder dem Tod einer oder eines nahen Angehörigen.
2. Familienverhältnisse berücksichtigen und Konkubinatspartner absichern
Die gesetzliche Erbfolge in der Schweiz berücksichtigt nur Ehegatten und direkte Nachkommen. Konkubinatspartner:innen (nicht verheiratete Lebenspartner:innen) gehen ohne spezielle Regelung oft leer aus. Wer in einer solchen Partnerschaft lebt, sollte unbedingt in einem Testament oder Erbvertrag klare Regelungen treffen.
Wer eine Patchwork-Familie hat und mögliche Konflikte vermeiden möchte, muss besondere Anforderungen an die Nachlassplanung beachten.
«Geizhälse: die Plage ihrer Zeitgenossen, aber das Entzücken ihrer Erben.»
Theodor Fontane
3. Steuerliche Konsequenzen beachten
Die Erbschafts- und Schenkungssteuern können je nach Kanton und Verwandtschaftsgrad stark variieren. Während direkte Nachkommen in vielen Kantonen steuerfrei sind, müssen entferntere Verwandte oder nicht verwandte Personen oft hohe Steuern bezahlen. Eine durchdachte Nachlassplanung, zum Beispiel durch frühzeitige Schenkungen, kann helfen, die Steuerbelastung zu minimieren.
4. Klare Regelungen für Wohneigentum treffen
Immobilien machen oft einen grossen Teil des Nachlasses aus und können zu komplexen Situationen führen. Insbesondere bei mehreren Erb:innen kann es zu Konflikten über die Nutzung oder den Verkauf der Liegenschaft kommen. Legen Sie im Testament fest, wer die Liegenschaft übernehmen soll oder wie sie aufgeteilt werden kann. Bei bestehenden Hypotheken sollten Sie zudem sicherstellen, dass die Finanzierung langfristig gesichert ist.
5. Im Zweifelsfall Fachleute beiziehen
Die Nachlassplanung ist ein komplexes Thema, das rechtliche, finanzielle und steuerliche Aspekte umfasst. Eine spezialisierte Anwältin beziehungsweise ein spezialisierter Anwalt, ein:e Notar:in oder ein:e Finanzberater:in mit Erfahrung in Erbschaftsangelegenheiten kann Ihnen helfen, die besten Lösungen für Ihre individuelle Situation zu finden. Es ist auch ratsam, Ihre Nachlassplanung regelmässig zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie noch Ihren aktuellen Lebensumständen entspricht.
Kurz gesagt
Die Regelung des Nachlasses erfordert Weitsicht und eine frühzeitige Planung. Mit einem Testament oder Erbvertrag, der Berücksichtigung der familiären Verhältnisse und einer professionellen Beratung schaffen Sie Klarheit und vermeiden unnötige Konflikte.
Disclaimer: Dieser Artikel dient lediglich der allgemeinen Information und stellt keine Steuerberatung dar. Für spezifische rechtliche Fragen oder eine individuelle Beratung im Zusammenhang mit Erbvorbezügen, Schenkungen und Nachlassregelungen wenden Sie sich bitte an eine qualifizierte Rechtsanwältin, einen qualifizierten Rechtsanwalt oder eine Erbrechtsexpertin, einen Erbrechtsexperten. Obwohl Descartes die obigen Inhalte und Informationen sorgfältig recherchiert hat, kann keine Gewähr für deren Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen werden. Jegliche Haftung wird ausgeschlossen.